Die 12 neuen Gesetze der Führung

Ottis Lesetipp

Niels Pfläging hält traditionelles Management für ein Auslaufmodell – und hat auch gleich einige Beispiele parat, die das anschaulich demonstrieren, von Wendelin Wiedking (Porsche) bis Thomas Middelhoff (Bertelsmann).

Nils Pfläging: Die 12 neuen Gesetze der Führung

Niels Pflägings Lösungsansatz ist die Übertragung der Verantwortung an Mitarbeiter, um maßlose Selbstüberschätzung, lähmendes Über-Management und Freiraumentzug am Arbeitsplatz im Kern prinzipiell unmöglich zu machen.

Um ein derartiges Ambiente zu schaffen, muss man MItarbeiter üben (und somit auch scheitern) lassen, bei Neueinstellungen mitreden lassen, kleinere Zellen als Profitcenter schaffen, die Anzahl der Ebenen drastisch reduzieren sowie einen internen Personalpool, aus dem Abteilungen sich organisiert bedienen können.

Dabei wird auch mit dem Dogma des unaufhörlichen Wachstums gebrochen, das Pfläging mit der Weihnachtsvöllerei vergleicht – danach kommt es dank Jo-Jo-Effekt automatisch zu Entlassungen und Kürzungen bis hin zur Pleite.

Mit konkreten Tipps wird nicht gespart, allerdings bedueten viele davon gewaltige Umwälzungen – speziell in mittleren und größeren Unternehmen. Manches überrascht auch, wie z.B. die ersatzlose Streichung des (dem Autor zufolge nie funktionierenden) Change Management. Das Umfeld zählt, und dieses gilt es zu schaffen – auch im Personalwesen, in der Budgetverteilung, in der Entscheidungsfindung für das gesamte Unternehmen etc.

Resümee: Ein sehr innovatives, stilistisch herausragendes Werk, das die Management-Herausforderungen der gewandelten Arbeitswelt gut anschaulich macht. “Die 12 neuen Gesetzte der Führung” ist allerdings kein wirkliches Praxis-Handbuch, auch wenn sich zahlreiche Punkte durchaus im Alltag umsetzen lassen.