Bildung verringert Arbeitslosigkeit

Die aktuelle AMS-Studie bestätigt den Verdacht, dass Menschen, die lediglich über Pflichtschulabschluss verfügen, mehr als doppelt so stark von Arbeitslosigkeit gefährdet sind als jene mit Lehrabschluss oder höherer Ausbildung.

“Der Gesellschaft” – im Endeffenkt uns allen – muss es gelingen, bildungsferne Schichten davon zu überzeugen, wie wichtig eine adäquate Ausbildung für die Zukunft der Kinder ist. Dabei ist das Vorbild der Eltern enorm wichtig. Werden Kinder motiviert, ihrem natürlichen Forscherdrang nachzugeben und erhalten sie dabei die entsprechende Unterstützung? Gehen wir mit ihnen in Museen, ins Theater, besuchen Ausstellungen, diskutieren wir mit ihnen und nehmen sie als unsere Zukunft wahr! AMS-Vorstand Johannes Kopf hat es heute im Ö1 Morgenjournal treffend formuliert: Bücher müssen wieder auf den Gabentisch…

Hier geht’ zu den genauen Zahlen…http://www.ams.at/14169_23966.html

2 Comments

  1. wie wahr!
    bücher auf den gabentisch- klingt gut- nur denk ich,dass bildung und deren unterschiedliche zugänge(literatur, konzerte, museumsbesuche,etc auch als teil des lebensstils, der lebensführung, des habitus betrachtet werden können.- und der ist schichtspezifisch anders geprägt, nicht so leicht ablegbar (da gruppenspezifisch-auch ein gefühl von gruppenzugehörigkeit, identität)
    und wenn du dir auf rtl, pro7 etc dokus über hartz4 empfänger, jugendliche auf abwegen, schuldenfalle und wie sie alle heißen ansiehst, hast du als sozial schwächer gestellter a. möglicherweise mehr identifikationszugang (geldsorgen, ängste, not,ect) aus eigenem alltag bekannt
    und b. vielleicht auch das gefühl nicht ganz unten in der hierachie zu stehen..
    wohingegen die identifikation mit personen aus literatur oder opern nicht so alltagsnah-eher fremd-wie aus einer anderen welt scheinen..die nichts mit der deinigen zu tun hat…

  2. Liebe Claudia,
    vielen Dank für den Kommentar! Ja, Lebensweisen sind stark von der Gesellschaftsschicht geprägt, in der man aufwächst. Aber das ist keine Entschuldigung für Desinteresse und “sich gehen lassen”. Denken wir nur an einen berühmten Österreicher: Dr. Thomas Klestil, als Sohn eines “Straßenbahners” 1932 in Erdberg geboren, in den entbehrungsreichen Jahren nach der Wirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Nachkriegszeit aufgewachsen, brachte es nach Studium und Diplomatenlaufbahn bis zum Bundespräsidenten.
    Als Beispiel aus der “kirchlichen Welt” möchte ich Kardinal Dr. Franz König nennen, in einer Bauernfamilie im Pielachtal im Jahr 1905 geboren. Was hatte er für Perspektiven? Und dennoch maturierte er am Melker Stiftsgymnasium mit Auszeichnung und wurde sogar Kardinal.
    Wo bleiben die Frauen? – voilà: Rosa Jochmann, Tochter einer Wäscherin und eines Eisengießers, 1901 geboren, mit 14 Fabriksarbeiterin, Teilnehmerin der ersten Arbeiterhochschule in Wien, stand ihr Leben lang trotz Repressalien zu ihrer sozialistischen Gesinnung, wurde Parteisekretärin und Politikerin. Elfriede Jelinek, 1946 in Mürzzuschlag das Licht der Welt erblickt, erhielt 2004 den Literaturnobelpreis, obwohl Kindheit und Jugend unter sehr problematischen Umständen verliefen…
    All’ diese Menschen haben es geschafft, sich Ziele zu setzen, diese beharrlich zu verfolgen und Widerständen erfolgreich zu trotzen. Ich bin überzeugt davon, dass Jugendliche im 3. Jahrtausend auch “das Zeug” dazu haben, wir müssen es ihnen nur zutrauen und sollten ihnen keine Steine in den Weg legen!

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