Zuwanderung ist gut für den Arbeitsmarkt!

Nach den Ergebnissen der aktuellen Prognose der Statistik Austria wird die Bevölkerung Österreichs auch in Zukunft weiterhin wachsen, und zwar auf rund 9,5 Millionen im Jahr 2050.

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Eine neue Altersstruktur

Die Altersstruktur verschiebt sich deutlich hin zu den älteren Menschen. Stehen derzeit 23% der Bevölkerung im Alter von 60 und mehr Jahren, so werden es mittelfristig rund 26% sein, ab 2030 sogar mehr als 30%. Die absolute Zahl der über 80-jährigen Menschen steigt bis 2030 von derzeit 400.000 auf 630.000 an.

Bevoelkerungspyramide

Zuwanderung als Motor

In Zukunft ist aufgrund von Zuwanderung wie schon in der Vergangenheit mit weiteren Bevölkerungszuwächsen zu rechnen. Konkret wird die Bevölkerung Österreichs bis zum Jahr 2015 auf 8,56 Millionen (+2,3% gegenüber 2009) und bis zum Jahr 2030 um knapp 8 Prozent auf gut 9 Millionen Personen steigen. Auch danach stehen die Zeichen auf Wachstum.

Bevoelkerungsentwicklung

Kaum Wachstum von innen

Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerungszahl Österreichs hingegen vorerst stagnieren und mittelfristig schrumpfen – unter der Annahme, dass es künftig keine Zuwanderung mehr gäbe, bis zum Jahr 2030 auf 8,16 Mio. Einwohner (-2,4%) bzw. bis 2050 auf 7,40 Mio. Einwohner (-11,6%).

Auf Kosten der Kinder und Jungen

Das wären fast um 1 Mio. weniger Menschen als derzeit, in erster Linie Kinder, Jugendliche und Personen im Erwerbsalter. Die Zahl der Bevölkerung im Pensionsalter wäre zu diesem Zeitpunkt nur geringfügig niedriger als in der Hauptvariante der Vorausschätzung.

Erwerbstätige in der Minderheit

Während die Gesamtbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten wächst, verändert sich parallel dazu auch die Altersstruktur. Die Zahl der unter 15-jährigen Personen sinkt in den nächsten Jahren weiter ab, die Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren wird hingegen zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Stehen derzeit noch 62% der Bevölkerung im Erwerbsalter, so sinkt dieser Anteil alterungsbedingt bis zum Jahr 2050 auf 53%.

Wien wächst am stärksten

Wien wird sich infolge der Zuwanderung zum Bundesland mit der jüngsten Bevölkerungsstruktur entwickeln. Rund 37% der Zuwanderer siedeln sich in der Bundeshauptstadt an. Auch Niederösterreich wird stark wachsen, Kärnten wird hingegen mit geringen Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben.

Otti kommentiert:

Angesichts dieser Entwicklungen ist eine langfristig angelegte Strategie gefragt. Die nötigen Weichen sind jetzt zu stellen, damit im Aufschwung der kommenden Jahre jene Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die die Wirtschaft dringend benötigt.

Ohne Fachkräfte funktioniert eine moderne Volkswirtschaft nicht so, wie wir es uns wünschen. Viel Wachstumspotenzial würde vergeudet, wenn die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen in Österreich oder Europa nicht befriedigt werden kann. Das Potenzial ginge über einen langen Zeitraum verloren.

Eine gut durchdachte, zukunftsorientierte Migrationspolitik muss verstärkt höher qualifizierte Menschen nach Österreich bringen. Sie verschafft Österreich unschätzbare Vorteile, könnte die Arbeitslosigkeit senken, das Bildungs- und Beschäftigungsniveau heben und die Produktivität ebenso wie die Investitionen erhöhen.

Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card würde die Zahl der höher qualifizieren Zuwanderer deutlich steigen, und zwar von derzeit 1.000 auf bis zu 8.000 Personen im Jahr 2030. In Summe würde das eine Zuwanderung von etwa 100.000 Fachkräften aus Drittstaaten in in den nächsten 20 Jahren bedeuten. Statt eines Zuwachses brächte diese Maßnahme höher qualifizierte Zuwanderer.

Die Sorge, dass Fachkräfte aus dem Ausland kommen und anderen Arbeit wegnehmen, ist völlig unbegründet. Wer in den letzten fünf bis sechs Jahren keinen Job bekommen hat, wird auch in den nächsten zehn Jahren keinen bekommen – außer wir sorgen dafür, dass sich an den Bedingungen, warum diese Menschen keine Arbeit finden, etwas ändert.

Von qualifizierten Zuwanderern, die bereits ein Jobangebot haben, würden auch jene profitieren, die heute noch suchen. Jeder Ingenieur, der einen Arbeitsplatz in Österreich findet, sorgt dafür, dass mindestens zwei weitere Arbeitnehmer von diesem Job nachgelagert profitieren – eine wahre Win-Win-Situation!

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