Immer weniger Frauen in Leitungspositionen

Die rund 500.000 ArbeitnehmerInnen mit Leitungsfunktion sind deutlich zufriedener in ihrem Job als die übrigen Beschäftigten, wie der neue SORA Führungskräfte-Monitor zeigt. Der Unterschied zwischen Führungskräften und anderen Beschäftigten hat sich damit weiter vergrößert.

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Wochenarbeitszeit gestiegen

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten ist im Schnitt seit dem Vorjahr um eine Stunde gestiegen. Vollzeitbeschäftigte Führungskräfte kommen auf 45 Wochenstunden, Nicht-Führungskräfte auf 42 Wochenstunden.

Wunsch nach Reduktion

Obwohl Führungskräfte tendenziell länger arbeiten als Befragte, die in keiner leitenden Position beschäftigt sind, sind sie nicht unzufriedener mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Dafür leiden 39 Prozent unter Zeitdruck, bei Nicht-Führungskräften sind es 28 Prozent. Die Hälfte der Führungskräfte würde auch begrüßen, in Zukunft weniger arbeiten zu müssen.

Immer weniger Frauen

Die Zusammensetzung der Gruppe der Führungskräfte ist nach wie vor ungleich: 70 Prozent sind männlich – die Zahl der Frauen ist zuletzt wieder zurückgegangen. Lag der Männeranteil im Jahr 2008 bei 65 Prozent, so ist er im Jahr 2009 bereits auf 67 Prozent und im Jahr 2010 auf 70 Prozent gestiegen.

Verwaltung besonders betroffen

Der Blick auf einzelne Branchen zeigt, dass sich der Zugang von Frauen zu höheren Positionen unterschiedlich gestaltet. Am größten ist das Missverhältnis zwischen weiblichen Beschäftigten versus weibliche Führungspositionen in der Verwaltung. 47 zu 19 Prozent! Im Handel stehen 74 Prozent weibliche Beschäftigte 52 Prozent weiblichen Führungskräften gegenüber in anderen Branchen ist die Diskrepanz etwas gringer.

MigrantInnen holen auf

Für Menschen mit Migrationshintergrund scheint sich das Bild hingegen zu normalisieren. Jede zehnte Führungskraft gibt an, Migrationshintergrund zu haben. Dieser Anteil ist in den vergangenen drei Jahren um zwei Prozent gestiegen und liegt nur mehr knapp unter dem Anteil bei den Nicht-Führungskräften.

Otti kommentiert:

Die Arbeitswelt unterliegt einem Wandel

Es war einmal vor langer,  langer Zeit… Führungskräfte hatten um Punkt acht im Büro zu sitzen und ließen um Fünf die Füllfeder fallen. Die Arbeitswelt von heute sieht anders aus: Blackberry, Handy, ständige Erreichbarkeit – auch am Wochenende!

Chef-Klischee ist Vergangenheit

Heutzutage arbeiten Führungskräfte in den meisten Branchen eigenverantwortlicher, flexibler – vor allem aber: mehr. Und damit sind die meisten recht glücklich. Das Klischee vom Chef, der die Füße auf den Schreibtisch legt und seine Mitarbeiter die Arbeit machen lässt, ist Vergangenheit.

Qualifikation bringt Überstunden

Je qualifizierter der Arbeitnehmer, desto höher ist auch die wöchentliche Mehrarbeit, die zu leisten ist – und desto öfter werden Überstunden ohne finanziellen oder zeitlichen Ausgleich geleistet – „All in”-Verträge machen es möglich. Wer einen besseren Posten bekommt, muss sich in der Regel auf einen höheren Stresspegel einstellen. Trostpflaster: Wer mehr arbeitet, verdient meist auch mehr.

Frauen und MigrantInnen unverzichtbar

Aus der demografischen Trends in Österreich und Europa ergibt sich ein zunehmender Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Bereits ab 2011 sind die Betriebe aufgrund der Bevölkerungsentwicklung mit einem erheblichen Fachkräftemangel konfrontiert.

Gemischte Teams bringen Vorteile

Immer mehr Unternehmen erkennen daher schon jetzt den großen Gewinn, den die Einbeziehung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Mitarbeiterinnen und MigrantInnen in allen Bereichen und auf allen Ebenen für sie bringt. Personalpolitische Beobachtungen zeigen zudem, dass gemischte Teams Kreativität fördern und Produktivität verbessern können.

Aufstiegschancen gehören gefördert

Es bleibt daher eine zentrale Aufgabe, gerade junge Frauen für qualifizierte, zukunftsorientierte Berufe zu gewinnen, ihre Aufstiegschancen zu unterstützen und die Betriebe rechtzeitig für die kommenden Herausforderungen zu sensibilisieren.

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