Österreich bei Pensionsreformdruck im Mittelfeld

Europaweit geraten Pensionssysteme aufgrund der demografischen und institutionellen Entwicklungen immer mehr unter Reformdruck, wie die aktuellen Ergebnisse des Allianz Pensionsindex zeigen. Künftig ist auch in Österreich, das europaweit auf Platz 18 liegt, eine stärkere Diversifizierung der Risiken und Ertragsquellen der Altersvorsorgesysteme notwendig, meinen Experten.

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Analyse zeigt Aufholbedarf

Der Index analysiert den gegenwärtigen Stand und die zukünftige Entwicklung der Altersvorsorgesysteme unterschiedlicher Staaten. Auf der Basis von Variablen wie demografischen Trends, der Situation der Staatsfinanzen sowie der Ausgestaltung des Rentensystems wird die Notwendigkeit weiterer Rentenreformen in einer Kennzahl zusammengefasst.

Von Schweden bis Griechenland

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass jene Länder gut positioniert sind, deren Altersvorsorgesysteme eine kapitalgedeckte Komponente beinhalten und welche ihre Reformen frühzeitig begonnen haben: Im Europavergleich weist Schweden vor Dänemark und Lettland das derzeit nachhaltigste Pensionssystem mit dem geringsten Reformdruck auf. Auf dem 27. und damit letzten Platz befindet sich Griechenland, Österreich liegt lediglich auf Platz 18 und damit am Ende des mittleren Drittels.

Problemfaktoren berücksichtigt

Der Pensionsindex veranschaulicht darüber hinaus jene Problemfaktoren, die den Reformdruck für Altersvorsorgesysteme erhöhen. Die Alterung der Bevölkerung ist hierbei der zentrale Einflussfaktor, speziell der Altersabhängigkeitsquotient. Dieser bezeichnet das Verhältnis der wirtschaftlich abhängigen Altersgruppen über 65 Jahren zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter  und wird sich in Österreich von aktuell 26 Prozent bis 2050 auf 48 Prozent beinahe verdoppeln.

Österreich mit Nachholbedarf

Dazu muss die gesetzlich verankerte staatliche mit einer starken kapitalgedeckten Altersvorsorge kombiniert werden. Viel Zeit bleibt nicht: Im Jahr 2030 wird jeder dritte Österreicher älter als 60 Jahre alt sein, Pflege-, Pensions- und Altersvorsorge gewinnen dramatisch an Bedeutung.

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