Viele offene Baustellen:
 Neue Maßnahmen für Frauen am Arbeitsmarkt

Vor 100 Jahren lag die Erwerbsquote der Frauen in Wien bei 35 Prozent, mittlerweile ist sie bereits auf 68 Prozent geklettert. Doch abgesehen von der Erwerbsbeteiligung gibt es noch viele offene Baustellen, wie das AMS mit Zahlen belegen kann.

Frauen am Arbeitsmarkt benachteiligt

Von 2000 bis 2010 stieg die Zahl der Beschäftigten um 7,2 Prozent auf 3.360.238. Rund 87 Prozent des Beschäftigungsanstiegs entfielen auf Frauen. Im selben Zeitraum stieg parallel zur Beschäftigung stieg die Arbeitslosenquote der Frauen von 5,9 auf 6,3 Prozent, jene der Männer von 5,8 auf 7,5 Prozent. Deutlich gesenkt werden konnte die Arbeitslosendauer: Vor zehn Jahren waren Frauen noch durchschnittlich 121 Tage (Männer: 116) ohne Job, 2010 waren es nur mehr 92 Tage (Männer: 96 Tage).

istockphoto © Robert Kneschke

Rascher Wiedereinstieg nach Karenz

Ein rascher Wiedereinstieg nach der Karenz sichert den Frauen ihr Einkommen. So erzielten Frauen, deren Karenz bis zu einem Jahr Tage gedauert hat, nach der Rückkehr ins Berufsleben ein durchschnittliches Monatsbruttoeinkommen von 1.524 Euro. Frauen, die ein bis zwei Jahre in Karenz waren, hatten bereits Einkommenseinbußen von 21 Prozent. Die Bilanz bei zwei bis drei Jahren: minus 30, bei drei bis fünf: 35, bei mehr als fünf sogar 60 Prozent!

AMS-Beratung wird intensiviert

Wichtig für den raschen Wiedereinstieg ist die gezielte Information. Das AMS stockt daher 2011 die Personalressourcen für die Beratung von Wiedereinsteigerinnen auf: In jeder der 99 regionalen Geschäftsstellen des AMS eigene Beauftragte für Wiedereinsteigerinnen zur Verfügung. Auch eigene Infonachmittage für Wiedereinsteigerinnen werden angeboten, das Weiterbildungsbudget wurde aufgestockt.

Ausbildung schließt Einkommenslücke

Schwerpunkt der Gleichstellungsförderung ist die Höherqualifizierung von Frauen insbesondere in nichttraditionellen Berufsbereichen, die gute Berufs- und Einkommenschancen bieten. Das AMS hat daher 2006 ein eigenes Förderprogramm zur Qualifizierung von Frauen in Handwerk und Technik (FIT) gestartet, das Frauen zur Ausbildung in nicht-traditionellen Berufen motiviert.

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