WIFO-Studie: Kurzarbeit in Deutschland und Österreich

Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 wurden die Regelungen für die konjunkturbedingte Kurzarbeit in Deutschland und Österreich angepasst. Das WIFO zieht nun Bilanz über die Maßnahmen.


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Erleichterungen für Unternehmen

Als direkte Reaktion auf die Krise wurden nicht nur die Kurzarbeitsbestimmungen entschärft, sondern auch Zugänge zur Förderungen erleichtert und finanziell attraktiver gestaltet. Diese Maßnahmen waren nicht unumstritten, erzielten aber rückblickend die gewünschte Wirkung.

Massiver Anstieg der Kurzarbeit

Im ersten Halbjahr 2009 war ein massiver Anstieg der Zahl der Personen in Kurzarbeit zu verzeichnen, der in Deutschland noch stärker ausfiel als in Österreich. Eine Zeit lang befanden sich 60.000Menschen in Österreich in Kurzarbeit, mussten also ihre Arbeitszeit reduzieren und erhielten einen Teil der Lohndifferenz vom Arbeitsmarktservice.

Keine Kündigungswelle

Kritiker befürchteten damals, eine Kündigungswelle zum Ende der Regelung, die bis Anfang 2011 gültig war und die Kurzarbeitsdauer auf maximal zwei Jahre verlängert hatte. Seither ist die Kurzarbeit wieder 18 Monate lang erlaubt – kaum ein Unternehmen macht aber gebraucht davon. Derzeit sind Schätzungen zufolge weniger als 1.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Teures Beschäftigungsinstrument

Günstig waren die Maßnahmen, die laut WIFO alleine 2009 rund 8.400 Jobs gerettet habne, allerdings nicht. Das Sozialministerium beziffert die Kosten mit insgesamt 168 Millionen Euro, heuer sollen nochmals maximal 16 Millionen dazukommen. Auch Unternehmen wurden zur Kasse gebeten, sie mussten zwei Drittel der Kosten tragen.

Instrument mit Bedacht einsetzen

Als Allheilmittel hat sich die Krise nicht erwiesen, überdies kann sie einen notwendigen Strukturwandel verzögern. Zum Glück hat sich die Industrie hierzulande rasch erholt, der einsetzende Konjunkturaufschwung sorgt für neue Jobs.

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