Arbeitslosigkeit: Europameister Österreich

Zum bereits 17. Mal in Folge ist die Arbeitslosigkeit in Österreich im Juli gesunken. Die Zahl der Schulungen wurde stark zurückgefahren, berichtet die Tageszeitung Kurier.

Ein erfreulicher Trend am heimischen Arbeitsmarkt setzt sich fort: Die Arbeitslosigkeit ist im Juli den 17. Monat in Folge gesunken. Einmal mehr kann Österreich mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent vor den Niederlanden (4,1%) und Luxemburg (4,5%) die niedrigste Arbeitslosigkeit in den EU-Ländern verzeichnen. Schlusslicht ist laut Eurostat-Zahlen vom Montag weiterhin Spanien mit 21,0%. Der EU-Durchschnitt lag im Juni bei 9,4%.

“Der österreichische Arbeitsmarkt bleibt trotz internationaler Turbulenzen und nachlassender wirtschaftlicher Dynamik robust”, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer über die Juli-Zahlen. Derzeit suchen 262.904 Personen einen Job, um 10.839 weniger als im Juli 2010. Während die Arbeitslosenzahl nur minimal um 1.916 auf 209.743 zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der Schulungen um 14,4% auf 53.161 reduziert. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner freut’s: “Unsere Unternehmen sind hervorragend im Aufschwung positioniert und profitieren von den Rahmenbedingungen am Standort Österreich. Daher können sie jetzt deutlich mehr Arbeitsplätze anbieten als im Vorjahr.”

Weniger Grund zum Jubeln sieht die Arbeiterkammer. “Neuerlich zeigt sich, dass Ältere und Frauen von der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt nicht profitieren. Die Betriebe müssen dazu bereit sein, ältere Arbeitnehmer auch einzustellen. Und bei den Jungen müssen wir jetzt im Herbst alles tun, damit niemand ohne Lehrstelle übrig bleibt”, mahnte AK-Präsident Herbert Tumpel.

Denn obwohl bei den Lehrstellensuchenden ein Minus von 6,8% registriert wurde und es 7,3% mehr offenen Stellen gibt, stehen immer noch 4.212 Personen vor einer Lehrstellenlücke. “Durch die Ausbildungsgarantie wird weiterhin allen Jugendlichen, die das können und möchten, eine Lehrausbildung ermöglicht”, versichert Hundstorfer.

Zwischen Jugendlichen und Älteren vergrößert sich der Abstand. Während die Jugendarbeitslosigkeit mit -3,1% überdurchschnittlich stark zurückging, stieg sie bei den über 50-jährigen um 2,9%. Bei den Behinderten blieb die Zahl der Suchenden stabil.

Auffällig ist, dass die Arbeitslosigkeit bei Männern sinkt (- 3%), aber bei Frauen steigt (+ 1,4%). Auch zwischen Inländern und Ausländern öffnet sich die Schere. Während bei ersteren die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 2,8% sank, legte sie bei ausländischen Mitbürgern um 8,9% zu.

Bei den Langzeitarbeitslosen gab es gar einen Rückgang der Jobsuchenden von 26% auf nunmehr 4.787. Bis auf Wien und Kärnten gab es überall einen Rückgang bei den vorgemerkten Arbeitslosen. Besonders beachtlich: In Vorarlberg ging die Zahl um 16,3% zurück. Hier gibt es mit 17% auch das größte Plus an offenen Stellen.

Nach Branchen

Bei den Branchen liegt nach wie vor die Industrie mit -13,8% Arbeitslosigkeit an der Spitze. Der Rückgang bei der Industriearbeitslosigkeit schwächt sich ab, weil im Vorjahr der Industriemotor schon auf vollen Touren lief und damit die Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark sinken kann.

Erfreulich ist auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit am Bau (-4,8%) und im Handel (-4,1%). Im Tourismus wirkt sich der verregnete Juli mit leicht steigender Arbeitslosigkeit (+0,3%) aus und im Gesundheits- und Sozialwesen steigt wie bereits seit einiger Zeit nicht nur die Beschäftigung, sondern auch die Arbeitslosigkeit, wobei das Arbeitslosigkeitsrisiko nach wie vor gering ist.

Quelle:  Kurier online vom 01.08.2011

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