Umfrage: Fachkräftemangel in Deutschland ein Mythos

Das deutsche Wirtschaftsmagazin “brand eins” berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von einem spannenden Experiment. Ein deutscher Personalberater hat einen fingierten Brief an die Human-Ressources-Abteilungen großer Unternehmen gesendet – die Antworten sind entlarvend.

In seinem Schreiben an 250 Unternehmen gab der 52-jährige Berater Axel Haitzer an, ein kurz vor der Fachhochschulreife stehender Schulabgänger zu sein, der wissen wolle, welche Perspektive ihm die Unternehmen bieten könnten und warum er eine Ausbildung dort anstreben sollte.

Fragwürdige Rückmeldungen
Antworten erreichten Haitzer von immerhin 60 Prozent der Unternehmen, brauchbar waren davon allerdings so gut wie keine – denn fast niemand hatte das Schreiben gelesen oder verstanden. Manche dankten für die Bewerbung, andere verwiesen darauf, dass die in Annoncen genannten Ansprechpartner nicht mehr im Unternehmen tätig seien. Einige gaben an, keinen Grund zu kennen, warum er bei ihnen anfangen sollte.

Zweifelhafter Umgang
Der Test kommt auch in seinem neuen Buch “Bewerbermagnet” vor und wirft ein zweifelhaftes Licht auf die Praktiken vieler Unternehmen, wenn es um den Umgang mit Bewerbern und Interessenten geht.

Nach eingehender Analyse des Problems, vielen Gesprächen, Interviews und gelesenen Studien kommt Axel Haitzer zu einem sicher über die Grenzen Deutschlands hinaus gültigen Befund: Würden Unternehmen Fachkräfte wirklich so händeringend suchen, würden sie sich viel mehr bemühen!

Problemfeld Personalabteilung
Und: Der größte Mangel und höchste Beratungsbedarf besteht in Zeiten des “War for talents” offensichtlich in den Personalabteilungen selbst, wo statt Zahlen und Fakten eigentlich Menschen, Kommunikation und Social Skills im Zentrum stehen sollten.

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