Studie: Wie Unternehmen Widersprüche meistern

Im aktuellen Hernstein Management Report wurden 300 Führungskräfte aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zum unternehmerischen Nutzen von Nachhaltigkeit befragt. Bei deren Verankerung und Umsetzung kommt es auch immer wieder zu unternehmensinternen Widersprüchen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie damit umgehen.

Nachhaltigkeit bringt’s für die befragen Unternehmen: 28 Prozent sehen den Hauptnutzen in höheren Wettbewerbsvorteilen durch Image und Reputation, weitere 28 Prozent erwarten sich durch faires und ressourcenorientiertes Handeln eine bessere Mitarbeiterbindung und -motivation. 27 Prozent sehen den Nutzen in einer stärkeren Kundenbindung. Chancen wie besseres Risikomanagement oder höhere Innovationskraft aufgrund von nachhaltigem Wirtschaften werden nur von einer Minderheit als möglicher Vorteil gesehen.

Nicht ohne Nebengeräusche

“Entscheidet sich ein Unternehmen, Nachhaltigkeit als Managementprinzip einzuführen und zu leben, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit der Führungskräfte und Mitarbeiter. Prozesse werden neu durchdacht und effizienter gestaltet. Dadurch entstehen aber auch Zielkonflikte bzw. Widersprüche im Tagesgeschäft – und die müssen ausgehalten werden”, erklärt Hernstein-Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger.

Entscheidende Fähigkeit

“Wer mit Widersprüchen nicht umgehen kann, dem fehlt eine grundlegende Management-Qualität“, so Lichtmannegger in der “Presse”. “Das Abwägen von Für und Wider, das Bedenken von Sowohl-als-auch gehören zu den Königsdisziplinen in der Führungsarbeit.“

Management wird schwieriger

Immerhin ein Viertel der befragten Führungskräfte gab bei er Studie an, dass das Managen von Widersprüchen zugenommen hat. Bei größeren Firmen stimmte sogar ein Drittel zu. Zu den meisten Konflikten kommt es dabei im Bereich Human Ressources, nach dem Motto “Kostenfaktor Leistungsträger versus persönliche Selbstverwirklichung”.

Zahlreiche Konfliktfelder

Auch Frage der Arbeitsgestaltung, wieviel Freiräume und vorgaben es gibt, ist ein Reibepunkt – mehr noch als hierzulande allerdings in Deutschland. Dazu kommen hierarchische versus flache Strukturen, Stabilität versus Flexibilität sowie Konkurrenz versus Kooperation.

Kommunikation und Entscheidungskraft

Als notwendige Kernkompetenzen zur Überwindung der Widersprüche setzen 44 Prozent der österreichischen Unternehmen auf Kommunikations- und Dialogfähigkeit, 19 Prozent auf Entscheidungskraft und 13 Prozent auf Offenheit für Veränderungen. Auch ganzheitliches Denken hilft den Befragten, andere Fähigkeiten folgen erst unter ferner liefen.

 

 

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