Studie: Mehr Studenten brauchen mehr Geld

Der Universitätsbericht 2011 zeichnet ein positives, aber bei weitem nicht perfektes Bild der österreichischen Hochschullandschaft. Durch den vorerst ungebremsten Studentenzuwachs hat sich die Betreuungssituationen verschlechtert, die Finanzlage nicht verbessert. Gefragt wären im internationalen Vergleich vor allem auch Drittmittel.

 

Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle persönlich präsentierte den alle drei Jahre erstellten Bericht mit den Worten: “Die Universitäten haben sich sehr positiv entwickelt.”Wesentliche Grundlage für den Bericht sind die Berichte der einzelnen Universitäten. Neben der bisherigen Entwicklung richtet sich der Blick auf die künftige Ausrichtung der 22 öffentlichen Universitäten.

Deutliches Budgetplus seit 2007

Die jährlichen Ausgaben des Bundes für den gesamten Hochschulbereich sind seit 2007 um rund 22 Prozent gestiegen, die Ausgaben eingeschränkt auf den Universitätsbereich immerhin noch um 18%. Für die erste dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode 2007 bis 2009 stellte der Bund insgesamt knapp 6,9 Mrd. Euro bereit, für die aktuelle Periode werden es 7,9 Mrd. sein.

Schlechteres Betreuungsverhältnis

Im Wintersemester 2010 waren insgesamt 51.138 Personen an den Unis beschäftigt, darunter 46 Prozent Frauen. Betrachtet man die Vollzeitstellen des universitären Lehrpersonals, kommen auf jede davon 20,5 Studierende, die Relation zwischen Lehrenden und Studierenden betrug 1 zu 123, eine Verschlechterung von 12 respektive 18 Prozent, bedingt durch die wachsende Schar an Studierenden. Das Verhältnis bessert sich, wenn man auch prüfende Studierende einrechnet.

Forschung auf dem Vormarsch

Österreich ist zu einem forschungsintensiven Land geworden. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich lagen 2009 bei knapp 7,5 Mrd. Euro, 35.255 Personen an den Unis waren mit Forschung und Entwicklung beschäftigt – fast ein Viertel aller F&E-Beschäftigten in Österreich! Ungebrochen ist der Run auf Auslandssemester: 2010/11 absolvierten rund 6.000 Studierende einen internationalen Zwischenstopp mit Erasmus&Co.

Immer mehr AbsolventInnen

Die Umstellung auf die Bologna-Studienarchitektur unterstützt den Trend zu steigenden Absolventenzahlen. Mit 27.926 Studienabschlüssen wurde 2009/10 ein neues Maximum erreicht. Die Studierendenzahlen an den Universitäten haben sich um 22 Prozent erhöht. Die Zahl der Erstzugelassenen an (Privat-)Unis FHs und Pädagogischen Hochschulen soll sich bei rund 64.000 bis 66.000 stabilisieren.

Service

Der gesamte Universitätsbericht 2011 sowie eine Kurzfassung sind unter http://www.bmwf.gv.at abrufbar.

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