Ottis Expertentipp: Keine Angst vor dem Assessment-Center

Sie sind gefürchtet – und doch mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme: Assessment-Center. Viele tun sich schwer damit, spontan und möglichst natürlich auf schwierige Situationen zu reagieren, auch wenn sie nur gespielt ist. In Team-Aufgaben andere freundlich und en passent auszubooten, ist auch nicht jedermanns Sache. Doch es gibt ein paar ganz gute Tipps für derartige Situationen.

Ein Assessment-Center dient dazu, im Rahmen eines Personalauswahlverfahrens unter mehreren Bewerbern diejenigen zu ermitteln, die den Anforderungen eines Unternehmens und einer zu besetzenden Stelle optimal entsprechen. Bewerber vor verschiedene Probleme gestellt und im Umgang mit diesen bewertet. Sie können firmenintern oder extern eingesetzt werden und auch bei Mitarbeitern zum Einsatz kommen.

Ob man sich überhaupt auf ein Assessment Center vorbereiten kann, ist umstritten. Hilfreich ist jedenfalls, eine Ahnung zu haben, was einen erwartet und welche Situationen bzw. Aufgaben zu den Klassikern zählen. Allgemein gesagt sollte man sich mit Rollenspielen, Gruppenübungen und Präsentationen anfreunden – sie bilden den Kern der meisten Übungen.

Obwohl man aus einer breiten Palette von Fachliteratur und sogar Vorbereitungskursen wählen kann, ist der wichtigste Punkt, im Assessment Center authentisch zu bleiben und keine einstudierte Performance durchzuziehen. Die Situationen sind meistens auch so zahlreich und stressig, dass eine Maske ohnehin irgendwann fallen würde.

Machen Sie sich mit dem Unternehmen vertraut, bei dem Sie sich bewerben. Oft sind es thematisch passende Situationen, vor die Sie gestellt werden – etwa stressige Flugbegleitersituationen bei Fluglinien. Es können aber auch ganz andere Situationen zur Auswahl kommen. Üben kann man, indem man in Form eines Rollenspiels unterschiedliche Positionen in klassischen Situationen (Entlassungen, Beförderungen, Mitarbeitergespräche, Konfliktlösungen etc.) durchexerziert.

Ein weiterer, sehr beliebter Klassiker ist der sogenannte “Postkorb” bei dem Sie mit einer Flut privater und beruflicher Termine konfrontiert werden, die Sie ordnen, abarbeiten und delegieren müssen. Ist nicht mehr ganz so beliebt wie früher, aber immer noch gängig – hier ist wichtig, strukturiert vorzugehen, da oft nur die Notizen bewertet werden, die man nur selten kommentieren darf. Privates darf nur in kritischen Situationen sofort behandelt werden (Gesundheit etc.), Personalthemen sollte man nie delegieren. Terminkonflikte müssen erkannt und gelöst werden.

Bei Gruppenübungen kommt es nicht nur darauf an, die gestellte Aufgabe zu lösen – oft ist das auch gar nicht schaffbar! Behalten Sie dabei die nerven? Wie kommunizieren Sie mit anderen? Gehen Sie koordiniert vor und nutzen das Wissen der Gruppe, oder kämpfen Sie verbissen alleine? Aus derartigen Situationen können Personaler viel ablesen.

Ein relativ neuer Trend ist, die Bewerber sich gegenseitig bewerten zu lassen. Hier sollte man sich Kriterien überlegen, fair und sachlich bleiben. Stärken anderer zu erkennen und Schwächen nicht zu übertreiben macht einen besseren Eindruck, als mit aller Kraft seine eigenen Leistungen im Vergleich besser zu machen oder sein eigenes Licht komplett unter den Scheffel zu stellen.

Inhaltlich müssen Sie flexibel bleiben: Neue Themen, Aufgaben und Tools kommen laufend dazu. Sehen Sie es sportlich und versuchen Sie, auch Spaß daran zu haben. Je besser Sie sich, Ihr Leben, Ihre Erfahrung, Ihre Stärken und Schwächen sowie das Unternehmen und die ausgeschriebene Position kennen, desto besser werden Sie inhaltlich bestehen.

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