AK-Studie: ATX-Manager verdienen im Schnitt 1,3 Mio. Euro

Laut einer aktuellen Arbeiterkammer-Studie bekommen Manager in den Leitunternehmen im Wiener Börsenindex ATX heuer im Schnitt um 20 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist das 48-fache von durchschnittlichen Arbeitnehmern, so viel wie im Rekordjahr 2008. Das steht in absolut keiner Relation zur Leistung!“, kritisiert die AK.

AK fordert Gesetzesänderungen

In der Folge fordert die Arbeiterkammer, die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern bei 500.000 Euro enden zu lassen und großzügige Bonuszahlungen auf 30 Prozent des Gehaltsfixums zu beschränken. Auch kurzfristige Gewinne durch Aktienoptionen will AK-Chef Tumpel durch nachhaltigere Bonifikationen ersetzen.

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OMV an vorderster Front

In der Anfang April durchgeführten Untersuchung konnten 16 der 20 Kapitalgesellschaften im ATX einbezogen werden. Am meisten verdienen die Vorstandsmitglieder der OMV (durchschnittlich 2,5 Millionen Euro pro Kopf), gefolgt von Andritz (2,2 Millionen), Lenzing (2,2 Millionen), Raiffeisen Bank International (1,7 Millionen) und Österreichische Post AG (1,2 Millionen).

Managergehälter steigen

In 80 Prozent der Unternehmen steigen die Managergehälter an. Bei mehr als der Hälfte reichen die Steigerungsraten von 13,5 Prozent bis zu 124 Prozent. Das Management von Wienerberger, Lenzing und Vienna Insurance Group zählt zu den Aufsteigern: Die Gehälter wurden im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Hohe Boni für das Management

Während die Grundgehälter in der Vorstandsetage im Schnitt um sechs Prozent gestiegen sind, wurden Bonuszahlungen um beinahe 10 Prozent erhöht und darüber hinaus enorme Abfindungen bezahlt, etwa bei der OMV. Um mehr als die Hälfte steigen die Boni bei Post und Telekom. Den Post-Vorständen wurden 2011 in Summe 1,4 Mio. Euro an Aktienoptionen zugeteilt.

Entkoppelt von der Leistung?

Auch die Telekomvorstände sind Tumpel & Co ein Dorn im Auge. Trotz Rekordverlust und großem Imageschaden dürfen sich auch die Telekomvorstände über ein sattes Bonusplus von 55,5 Prozent freuen. Mit der Leistungsfähigkeit der Manager ist das einfach nicht zu erklären, findet zumindest die Arbeiterkammer.

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