Einkommensschere: Ist Frauendiskriminierung nur ein Mythos?

Das Nachrichtenmagazin “profil” begeht pünktlich zum “Equal Pay Day” einen Tabubruch – und stellt die geschlechterspezifische Einkommensschere massiv in Zweifel. Das wird wohl für Wirbel sorgen, und nicht nur jene wenig erfreuen, die am 12. April den bereits 20-jährigen Kampf für die Gleichstellung der Frau feiern….

(c) sxc.hu / fakhar

Am 5. April 2012 wird der Tag der Einkommensgleichheit begangen, der sogenannte “Equal Pay Day”. An diesem Tag erreichen die Frauen dasselbe Gehaltsniveau, das Männer bereits zu Jahresbeginn erreicht haben – aufgrund der Einkommensschere von gut 25 Prozent.

“profil” hat nun nachgerechnet und versucht auf Basis von Statistiken und Studien zu belegen, dass der geschlechterspezifische Gehaltsunterschied nicht bei einem Viertel, sondern im niedrigen einstelligen Bereich liegt – und selbst da seien noch nicht alle relevanten Fakten berücksichtigt.

Die Kernaussagen des Artikels sind schnell zusammengefasst: Männer und Frauen verdienen in Österreich bereits annähernd gleich viel, die berühmten 25 Prozent werden zur Stimmungsmache und als politisches Faustpfand weiter eingesetzt.

Österreich liege nur deswegen schlecht, weil Länder mit nahezu nicht existierender Frauenbeschäftigungsquote die wenigste Ungleichheit in der Bezahlung aufweisen. Auch branchenspezifische Gehaltsunterschiede, die in Statistiken untergehen, verstärken die schiefe Optik. Als bewiesen sehen die Autoren ihre These deshalb an, weil die gesetzlich vorgeschriebene Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes seit März letzten Jahres für Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern (heuer ab 500, bis 2014 ab 150) Berichte über die durchschnittlichen Einkommen ihrer weiblichen und männlichen Beschäftigten vorschreibt. Diese Berichte haben ergeben, dass es keine (unbegründeten) Unterschiede gibt. Wer Interesse hat, kann den Originalartikel hier lesen.

Etwas anders werden das wohl jene sehen, die am 12. April im Gleichstellungshaus von 9.30 bis 13 Uhr 20 Jahre Kampf für die Gleichberechtigung feiern, und zwar im Wiener Gleichstellungshaus in Simmering. Das heurige Motto lautet “Wir können die Zukunft nicht voraussehen, aber gestalten und möglich machen”, anmelden kann man sich auf http://www.abzaustria.at.

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