Serie “Zukunft der Arbeit” Teil 7: Third Place Working

Die Studie “work:design” beleuchtet die Zukunft der Arbeit. Otti&Partner stellt mit freundlicher Erlaubnis des Zukunftsinstituts die einzelnen Kapitel im Detail vor. Diesmal sorgt mobiles Arbeiten durch permanente Ortswechsel in – und außerhalb von Unternehmen für neue Perspektiven.

Der Arbeitsplatz der Zukunft geht über den von Unternehmen zur Verfügung gestellten Raum hinaus. Diese räumliche Flexibilität muss von Mitarbeitern ebenso gelernt werden wie von Unternehmen. Auch hierbei rücken Individualität und persönliche Vorlieben stärker in den Vordergrund, die Abgrenzung zum Privaten wird noch schwieriger.

Persönlicher Spielraum bei den Arbeitszeiten hat große Auswirkungen auf das Wohlbefinden, wurde in einer britischen Studie ermittelt. Auch der Schlaf fällt besser aus, sobald man mit dieser Freiheit umzugehen gelernt hat. Wie brandeins schon 2007 ermittelte, zählt das oft mehr als Beförderungen und mehr Gehalt.

Der klassischen Einteilung in erste (Zuhause), zweite (Arbeitsplatz) und dritte Räume (Orte der Begegnung, auch öffentlich) folgend, kann man sowohl ein Eindringen der Arbeit in den ersten Ort, als auch eine Verlagerung in dritte Orte beobachten. Das moderne Leben findet überall statt, privates mischt sich mit beruflichem, vieles hat beide Komponenten.

Ein dermaßen fließendes und flexibles Arbeiten setzt große Klarheit und Selbstkompetenz voraus. Manche Gruppen wie die “Digitale Bohème” haben Leben und Arbeiten nach diesem Muster zur Kultur erhoben. Co-Working Spaces sind die logische Weiterentwicklung dieser Trends, wo auch immer sie sich befinden. Öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken, aber auch viele Lokale haben auf diesen Trend bereits reagiert und bieten Infrastruktur.

Was die Menschen an Third Places am meisten schätzen, haben Studien geklärt:
● günstige Lage, kürzere Wege
● Infrakstruktur vorhanden
● Tapentenwechsel
● professionelle Business-Umgebung
● motivierende/anregende Stimmung
● weniger Ablenkung
● Verbesserung Work-Life-Balance

Nicht vergessen werden darf auf Orte des Rückzugs, denn permanenter Austausch und das Ende der Privatheit bedeuten auch permanenten Stress, der sich auf Dauer negativ auf Konzentration und Wohlbefinden auswirkt. Wichtig sind eine sehr hohe Qualität der Einrichtungen und die nötige Portion Selbstvertrauen.

Zusammenfassend ist klar, dass Mobilität für drei von fünf Studienabgängern ein einzuforderndes Muss seitens des Arbeitgebers ist, wodurch dritte Orte in ihrer Bedeutugn sehr stark wachsen. Hotels haben diesen Trend verschlafen, sie funktionieren großteils schlecht bis gar nicht. Digitalisierung und mobile Geräte verschaffen dem Trend endgültig zum Durchbruch.

Service

Harry Gatterer, Franz Kühmayer, Janine Seitz
“work:design. Die Zukunft der Arbeit gestalten”
Zukunftsinstitut 2012
112 Seiten
ISBN: 9783938284643
EUR 181,90
http://www.zukunftsinstitut.at

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