AK-Studie: Weiterbildung kommt Österreicher teuer

Eine Studie der Arbeiterkammer hat die Ausgaben für Weiterbildung international verglichen – und zeichnet ein wenig vorteilhaftes Bild für Österreich. Während die Gesamtausgaben hoch sind, liegt die private Kostenbeteiligung im Spitzenfeld, die staatliche im unteren Bereich.

Die Arbeiterkammer stellt im Länder-Vergleich zwischen Österreich, Finnland, Schweden, Großbritannien und Australien fest, dass offenbar kein Zusammenhang zwischen Gesamtausgaben und Gesamtbeteiligung bei den Weiterbildungsausgaben besteht.
Österreich steht mit hohen Ausgaben und niedriger staatlicher Beteiligung nicht besonders gut da.

Bei den Weiterbildungsausgaben pro Kopf liegt Österreich kostenseitig mit 478 Euro voran, gefolgt von Schweden und Australien (415 bzw. 413 Euro), Finnland (398 Euro) und Großbritannien (367 Euro), 2009 wurden somit 2,6 Milliarden Euro für Weiterbildung aufgewendet. 530 Millionen davon bezahlten die Teilnehmer selbst.

Die Verteilung der Ausgaben auf Bevölkerung, Unternehmen, AMS und Staat ist recht unterschiedlich, bei uns sticht vor allem der hohe AMS-Anteil von 37 Prozent ins Auge – er ist nur in Finnland vergleichbar. Die extrem niedrige staatliche Beteiligung von 8 Prozent (niedrigster Wert – Finnland: 15, Schweden 42, Australien 52 und Großbritannien 58 Prozent) bei hoher privater Beteiligung von 21 Prozent (höchster Wert im Vergleich, die restlichen Länder bewegen sich zwischen 5 und 9 Prozent) wirken sich ebenfalls nachteilig aus.

Das schlägt sich auch quantitativ in Teilnehmerzahlen nieder: Während sich etwa in Schweden beinahe drei Viertel der 25- bis 64-Jährigen weiterqualifizieren, sind es in Österreich nur knapp 42 Prozent. Der (in Europa übliche) Rückgang im Alter fällt mit einem Viertel in Österreich besonders stark aus.

Zusammengefasst bedeutet das, dass Weiterbildung in Österreich sehr teuer wird, wenn man nicht arbeitslos ist oder vom Unternehmen gefördert wird. Niedrig Qualifizierte und Ältere beteiligen sich somit kaum an der Weiterbildung.

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