Studie: Karrieremonitor zeigt Bildungsdefizite

Das “Erwerbskarrieren-Monitoring” der Statistik Austria zeigt eindeutig, was eigentlich jeder weiß: Die Entscheidung über die künftige Berufskarriere fällt in Österreich zu früh. Maturanten bleibt nur das Studium, das über wenig andere Wege erreicht wird.

Für die Studie wurden erstmalig die Verwaltungsdaten jener 221.000 Personen verknüpft, die im Jahr 2008/09 eine Ausbildung absolviert haben. Die zentrale Aussage ist wenig überraschend: Je höher der Bildungsgrad, desto besser die Berufschancen. Zwei Drittel aller Uni- oder FH-Absolventen finden binnen drei Monaten ihren ersten Job; ein weiteres Fünftel innerhalb von sechs Monaten.

(c) sxc.hu / patkisha

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Die besten Einstiegseinkommen

Ganze 43 Prozent beziehen ein Einstiegseinkommen von mehr als 2400 Euro brutto im Monat, nur 22 Prozent verdienen weniger als 1200 Euro. Besonders gefragt sind Techniker und Informatiker. Ähnlich gute Chancen haben spannenderweise Absolventen berufsbildender mittlerer Schulen. Schnell im Job, verdienen sie auch vergleichbar gut – speziell im Pflegebereich.

Keine Wahl für AMS-Abgänger

Was vielen versperrt bleibt, ist der Weg an die Universität – eine der vielen Erklärungen für die in Österreich traditionell niedrige Akademikerquote. Mit über 86 Prozent dominieren AHS-Absolventen die Uni-Szene, denn nicht einmal fünf Prozent der Maturanten gehen direkt in einen Beruf, die kaum verfügbar und schlecht bezahlt sind.

McJob-Gefahr in der Lehre

Etwas komplexer ist es bei der Lehre: Schnelle Jobs und relative gute Einstiegsgehälter täuschen oft darüber hinweg, dass es danach kaum noch Weiterbildungs- und Aufstiegschancen gibt. 10.000 junge Menschen bilden das Schlusslicht – sie haben 18 Monate keinen Job gefunden und sind beim AMS arbeitslos gemeldet.

 

 

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