Erasmus-Studie: Österreichs Studierende bleiben daheim

Das Erasmus-Programm verzeichnete im Studienjahr 2010/11 mit einem Plus von 8,5 Prozent und 231.000 Austauschstudierenden einen neuen Rekord. Spitzenreiter mit einem Plus von 132 Prozent war Kroatien. Schlusslicht war Luxemburg, das als einziges Land ein Minus aufwies. Auch Österreich liegt bescheiden im Rennen.

Seit 25 Jahren fördert die Europäische Union den Studentenaustausch via Erasmus-Programm, österreichische Hochschulen sind seit 20 Jahren dabei. Unterstützt werden sollte Erasmus durch eine neue Studienarchitektur, die in zahlreichen Mitgliedsländern bereits eingeführt wurde.

An den österreichischen Universitäten hat sie aber eher das Gegenteil bewirkt. Gingen 2004 laut Wissenschaftsministerium noch 1,7 Prozent der Uni-Studierenden ins Ausland, waren es 2010 nur noch 1,2 Prozent. Als Ursachen gelten die Verschulung des Systems und der erhöhte finanzielle Druck. Am schwierigsten ist es bei berufsbegleitenden Studiengängen, die im Steigen sind.

An den Fachhochschulen waren Studierende nach der Umstellung auf das Bachelor-/Master-System anfangs zurückhaltender, was allerdings durch intensive Bewerbung und die Einrichtung von Mobilitätsfenstern innerhalb der Curricula wettgemacht wurden.

Eine andere Spielart des Auslandsaufenthaltes stellen Praktika bei ausländischen Unternehmen dar: Über 40.000 Studierende nutzten im Studienjahr 2010/11 diese Möglichkeit, die seit 2007 von der EU unterstützt wird.

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