Ottis Expertentipp: Niemand muss immer erreichbar sein!

Wer ein Firmenhandy bekommt, bezahlt dieses nicht selten mit der wie selbstverständlich eingeforderten permanenten Erreichbarkeit. Diese muss jedoch klar geregelt sein, Grenzen haben – und auch extra abgegolten werden. Wir haben die wichtigsten Infos für Sie gesammelt.

Ganz grundsätzlich gilt: Rufbereitschaften müssen bezahlt werden und dürfen nicht unbegrenzt angeordnet werden. Das gilt auch dann, wenn Sie Diensthandy und/oder Firmenlaptop von Ihrem Unternehmen erhalten haben.

Am besten treffen Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine detaillierte Vereinbarung, ob und wann Sie auch außerhalb der gemeinsam definierten Arbeitszeit auf dem Diensthandy erreichbar sein sollen – und was nach Dienstschluss an Tätigkeiten notwendig ist.

Übrigens: Rufbereitschaft bedeutet, dass Sie nicht örtlich in der Firma anwesend sein, aber einfach erreichbar sein müssen. Ihre Arbeitstätigkeit müssen Sie im Fall der Fälle rach aufnehmen können, was einige Einschränkungen mit sich bringt (Alkoholkonsum, Zugang zum Internet, Verfügbarkeit der Arbeitsmittel/Daten…).

Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit unterliegt gesetzlichen Einschränkungen: Sie darf nur an zehn Tagen im Monat und nur während zwei wöchentlicher Ruhezeiten pro Monat vereinbart werden.

Selbstverständlich wird Rufbereitschaft nicht kostenlos geleistet. Idealerweise gibt es eine konkrete Vereinbarung im Arbeitsvertrag, die auch die Bezahlung regelt. Jedenfalls steht Arbeitnehmern dafür ein ortsübliches, angemessenes Entgelt zu.

Auch die tatsächliche Arbeitsleistung im Rahmen der Rufbereitschaft muss abgegolten werden – zum normalen Stundenlohn oder zum Überstundentarif, wenn die tägliche Normarbeitszeit überschritten wird.

Wer keine Rufbereitschaft vereinbart hat, muss gesetzlich gesehen auch nicht erreichbar sein. Das gilt nicht nur außerhalb der Dienstzeit, sondern vor allem auch im Urlaub, der Ihrer Erholung dient und in dem kein Anspruch auf Erreichbarkeit existiert – sind Sie es doch, kommen Sie Ihrem Arbeitgeber damit entgegen.

Für weitere Auskünfte, Tipps und Unterstützung kontaktieren Sie am besten Ihren Betriebsrat, die Gewerkschaft oder Arbeiterkammer.

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