Studie: 42 Prozent der Frauen fühlen sich benachteiligt

Die aktuelle Ausgabe des Arbeitsklima-Index zeichnet kein positives Bild: Geringes Einkommen, fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, der Zwang zu Teilzeitarbeit und erlebte Diskriminierungen setzen Frauen in der Arbeitsumgebung nach wie vor zu.

(c) sxc.hu/connor212

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Wie der aktuelle Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich mit aktuellem Schwerpunkt Frauen zeigt, fühlen sich ganze 42 Prozent der Arbeitnehmerinnen beim Einkommen “gelegentlich” bis “sehr häufig” benachteiligt. Zahlen von Statistik Austria und anderen Instituten belegen diesen Eindruck.

Starke Branchenunterschiede
Der Arbeitsklima-Index wird seit 15 Jahren erhoben. Jährlich werden dafür rund 4.000 Interviews geführt. Bei beiden Geschlechtern unterscheidet sich die Einkommenszufriedenheit stark nach Branchen. Während m Geld- und Versicherungssektor vier Fünftel ihr Einkommen gutheißen, sind es in der Eisen-, Metall-, Elektro-Branche nur mehr zwei Drittel und im Bauwesen knapp die Hälfte.

Handel besonders unausgewogen
Im Handel (mit 56 Prozent Einkommenszufriedenheit im Mittelfeld) zeigen sich die Diskrepanzen zwischen Männern und Frauen besonders deutlich: Von insgesamt 600.000 Beschäftigten sind 70 Prozent Frauen, davon nur sieben Prozent in Führungspositionen. Die Teilzeitquote steigt immer weiter an, speziell mit Kindern.

Benachteilung führt zu Frust
Darüber hinaus sieht sich rund ein Drittel der arbeitenden Frauen bei Beförderungen übergangen, 27 Prozent bei der Bewerbung und 26 Prozent bei der Übernahme von Verantwortung in der Arbeit. Fast ein Viertel der Frauen sehen ihre Arbeit zu wenig geschätzt. Ganze 70 Prozent der Frauen im Handel kommen laut eigener Aussage mit ihrem Einkommen nicht aus und haben Angst um ihre Pension.

Diskriminierungen und Übergriffe
Ein knappes Drittel hat Diskriminierung oder Belästigung im Arbeitsumfeld erlebt. Unglaubliche 25 Prozent der Frauen müssen sich abfällige Äußerungen anhören, acht Prozent erleben körperliche und sexuelle Übergriffe, weitere sechs Prozent werden von Nacktfotos an den Wänden gestört.

 

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