Studie: Berufliche Flexibilität schadet der Psyche

Bei ständiger Erreichbarkeit, häufigen Überstunden, wechselnden Arbeitsorten und langen Anfahrtswegen zur Arbeit leiden Beschäftigte zunehmend an psychischen Beschwerden. Das belegt der “Fehlzeiten-Report 2012” der deutschen Gesundheitskasse AOK.

(c) AOK Mediendienst

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Ständige Erreichbarkeit und permanente Mobilitätsbereitschaft sind heute für viele Erwerbstätige Realität und haben den klassischen Büro-Arbeitstag von neun Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags abgelöst.

Viele sind betroffen
Mehr als jeder dritte Erwerbstätige hat in den letzten vier Wochen häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit erhalten oder Überstunden geleistet. Arbeit mit nach Hause zu nehmen stellt für 12 Prozent, an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten für 10,6 Prozent keine Ausnahme dar. Nahezu jeder achte Beschäftigte gibt zugleich an, dass er Probleme mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit oder auch wegen beruflicher Verpflichtungen Pläne für private Aktivitäten geändert hat.

Symptome der Überlastung
Ein Fünftel der Befragten berichtet in Folge über Erschöpfung oder das Problem, in der Freizeit nicht abschalten zu können. 13,5 Prozent plagen Kopfschmerzen, 11 Prozent Niedergeschlagenheit. Bei häufig mangelnder Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit werden mehr als doppelt so viele Beschwerden benannt.

Lust und Last der Mobilität
Heute sind bereits rund 40 Prozent der Berufstätigen mobil – entweder als Wochenendpendler, Tagespendler oder Wohnortwechsler. Neben den Vorteilen ergeben sich auch Probleme. Die Studie zeigt, dass Belastung durch übermäßiges Pendeln mit einer Zunahme von psychischen Beschwerden wie Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit einhergeht, Krankentage werden mehr.

Mehr psychische Erkrankungen
Parallel zur zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitswelt nimmt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bei den Beschäftigten weiter zu, seit 1994 um 120 Prozent. 2011 waren Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mit im Schnitt 22,5 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie andere mit durchschnittlich 11.

Burnout im Vormarsch
Immer häufiger lautet die Diagnose “Burnout“. Nach einer Hochrechnung waren 2011 mehr als 130.000 Personen in Folge krankgeschrieben, was zu insgesamt 2,7 Millionen Fehltagen führte. Betroffen waren insbesondere die Beschäftigten in sozialen Berufen, Frauen häufiger als Männer.

 

 

 

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