Studie: Mittelstand bleibt auf Wachstumskurs

Laut einer Ernst & Young-Studie unter mittelständischen Unternehmen in Österreich sind die Geschäftserwartungen weiter recht optimistisch, Konjunkturaussichten haben sich verbessert. Viele Unternehmen wollen mehr Mitarbeiter einstellen und Investitionen erhöhen. Von der Schuldenkrise erwartet sich ein Drittel Umsatzausfälle.

(c) sxc.hu / svilen001

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Der österreichische Mittelstand zeigt sich in einem schwierigen Marktumfeld weiterhin gut aufgestellt: 92 Prozent der Mittelständler – genauso viele wie zu Jahresbeginn – berichten von einer positiven Geschäftslage. Jedes zweite Unternehmen ist sogar uneingeschränkt zufrieden – weniger als im Jänner (58 Prozent), aber mehr als im Juli vergangenen Jahres (42 Prozent).

Positive Aussichten

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen bleiben trotz leichter Eintrübung branchenübergreifend positiv, die Konjunkturaussichten haben sich gegenüber Jahresbeginn wieder verbessert. Jeder vierte Mittelständler plant zudem, in den kommenden Monaten zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Auch die Investitionsbudgets sollen steigen.

Robuster Mittelstand

Der Mittelstand zeigt sich trotz Krise außerordentlich robust, wie anhaltend hohen Exportvolumina und das fortgesetzte Beschäftigungswachstum belegen. Auch für die kommenden Monate sind die Mittelständler insgesamt zuversichtlich: 28 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verbesserung der eigenen Geschäftslage, nur 6 Prozent erwarten Verschlechterung.

Risiko Rohstoffpreise

Dennoch bleibt das Marktumfeld in hohem Maße risikobehaftet. Als größte Gefahr für die Binnenkonjunktur sehen drei von vier Unternehmen derzeit die hohen Rohstoffpreise. Auf den nächsten Rängen folgen die geringe Stabilität des Finanzsektors und die hohen Energiepreise. Die europäische Staatsschuldenkrise wird lediglich an vierter Stelle genannt, obwohl sie viele betrifft.

Investitionen sollen steigen

Die Zeichen stehen dennoch auf Wachstum: Jedes vierte Unternehmen plant, seine Investitionen in den kommenden Monaten zu erhöhen, nur acht Prozent wollen weniger investieren. Besonders investitionsfreudig zeigen sich dabei die auch im Ausland aktiven Unternehmen: Jeder dritte Betrieb mit Auslandsengagement plant höhere Investitionen am Standort Österreich, nur neun Prozent niedrigere.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Auch auf dem Arbeitsmarkt ist mit einer ungebrochen positiven Dynamik zu rechnen: 27 Prozent der Mittelständler wollen ihre Belegschaft aufstocken, nur sechs Prozent planen einen Personalabbau. Schwierigkeiten dürfte den Unternehmen dabei der sich verschärfende Fachkräftemangel bereiten: Immerhin 78 Prozent der Mittelständler berichten von Problemen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Jeder Vierte bezeichnet es sogar als sehr schwierig, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden – im vergangenen Jahr gaben dies lediglich 10 Prozent der Unternehmen an.

Über die Studie

Der halbjährlichen Mittelstandsbarometer-Studie liegt eine Umfrage unter 900 mittelständischen Unternehmen in Österreich zugrunde, die im Juli und August 2012 durchgeführt wurde.

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