Ottis Expertentipp – Mitspielen und Job gewinnen!

Ein internationaler Trend erreicht Österreich: Online-Games als Auswahlhilfe für Unternehmen und Personaler. Was dafür spricht, potenzielle Bewerber durch die teilweise sehr zeitintensive Spielewelt an sich heranzuführen, und welche bekannten Firmen bereits spielerisch nach Bewerbern suchen, lesen Sie hier.

Mit faden Broschüren und klassischen Stellenanzeigen lassen sich heutige Studenten und High Potentials immer weniger locken. Spannend ist hingegen alles, was Involvement im Internet oder sozialen Netzwerken verspricht. Hier kommt das sogenannte “Recutainment” ins Spiel, eine unterhaltsame Art, vorwiegend junge Menschen für ein Unternehmen zu begeistern.

Obwohl nicht mehr ganz neu, ist der Einsatz derartiger Mittel mit Sicherheit noch nicht Standard, speziell im eher konservativen Österreich. Internationale Konzerne haben den Gamification-Ansatz jedoch längst entdeckt – und auch in Österreich zum Einsatz gebracht.

Der Gewinn liegt dabei auf beiden Seiten: Unternehmen haben eine Möglichkeit, wirklich interessierte Bewerber herauszufiltern und können so die Drop-Out-Quote im Bewerbungsprozess dramatisch reduzieren, wie etwa ein französischer Postanbieter belegt. Die Spieler selbst können nebenbei Erfahrungen sammeln und lernen ihren künftigen Arbeitgeber besser kennen.

Alle verschiedenen Bereiche des Unternehmens lernt man etwa im virtuellen L’Oreal-Team kennen. Der Kosmetikkonzern will mit seinem interaktiven Online-Spiel “Reveal” Bewerber bei der Berufswahl unterstützen. Als Trainee lernt man aufwändig gestaltete Welten kennen, die Forschung, Produktion und Vertrieb symbolisieren – und in denen man sich mit Lösungsvorschlägen einbringen kann.

Der Sprung von der virtuellen in die reale Welt ist dann nicht mehr allzu weit. Ob man am Ende nur noch seine Bewerbungsunterlagen hochladen muss (wie bei L’Oreal) oder nach dem Durchlaufen aller Stationen einer Hotelkette auf den Button “Do it for real” klicken kann, um sich für offene Stellen zu bewerben (wie bei “My Marriott Hotel”), ist nebensächlich.

Noch weiter geht zum Beispiel der Kosmetikkonzern Unilever, der Bewerber zwangsläufig über die Facebook-App “Could it be U?” schickt und so auch gleich die VOrstellungen zu Teamarbeit, Leistung oder Mobilität abfragt. Das Spiel ist allerdings auch anonym nutzbar, zum Schluss kann man sich auch hier bewerben.

Der Trend geht über alle Branchen: Auch russische Banken oder das britische Heer setzen auf “Recrutainment”. Mal sehen, welche österreichischen Firmen 2013 mit dem Thema voll durchstarten werden!

Schreibe einen Kommentar