Umfrage: Viele haben innerlich gekündigt

Eine unter anderem auf presse.com veröffentlichte Studie im Auftrag von respekt.net unter 600 Führungskräften und Mitarbeitern zeigt, dass die beiden Gruppen das Thema Respekt im Arbeitsumfeld recht unterschiedlich sehen. Angestellte sind häufig demotiviert – was sich einfach ändern lässt!

(c) IG Metall Jugend Regensburg

Während sich 84 Prozent der befragten Führungskräfte als Person geachtet fühlen und ihr Handeln als bedeutend einschätzen, haben sie doch das Gefühl, von Politikern nicht in ihrem Wert erkannt zu werden. Angestellte hingegen fühlen sich von Haus aus nicht wertgeschätzt. 40 Prozent sehen sich unterschätzt und ganze 35 Prozent halten ihr Handeln für unbedeutend.

Die Auswirkungen auf die Arbeitsmoral sind folglich gravierend, speziell dann, wenn das Thema Respekt im täglichen Umgang vernachlässigt wird. Wird hingegen Anerkennung gezollt und ausgesprochen, fördert das die Motivation stark. Dabei muss man nichts vorspielen, sondern lediglich die richtige Haltung einnehmen.

Den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und sie mit ihren Bedürfnissen und Meinungen wahrzunehmen, ist kein Selbstzweck, sondern dient letztendlich dem Unternehmen. Zufriedene Mitarbeiter engagieren sich auch in schwierigeren Zeiten mehr, wenn sie wissen, dass ihre Leistung gesehen und respektiert wird.

Gerade für größere oder überregional organisierte Unternehmen kann eine Selbstanalyse in diesem Punkt spannende Erkenntnisse bringen und Probleme mit Motivation, Fluktuation und Teamarbeit durch Setzen der richtigen Maßnahmen mildern beziehungsweise aus der Welt schaffen.

1 Comment

  1. Sehr treffende Zusammenfassung einer Studie, dessen Inhalt schon seit längerem bekannt ist. Respekt, Behandlung auf Augenhöhe und die Akzeptanz von Fachkompetenz ist die extreme Seltenheit in den Chefetagen und Führungsriegen.

    Die Folge ist die Unzufriedenheit der eigentlichen Fachleute, Dienst nach Vorschrift und somit Verlust an Kompetenz und Innovation für das Unternehmen. Das Festhalten an alten Führungsstilen und Arbeitszeitmodellen führt letztendlich zum endgültigen Abwandern des Personals. Durch dauernde Umstrukturierungen herrscht Unruhe und ständiger Wandel, darunter leidet dann die Produktivität und Kreativität weiter, und der Abwärtstrend hält an.

    Natürlich ist heute der Wandel viel schnelllebiger und man muss deutlich zeitnaher auf Veränderungen reagieren, – eine Kontinuität ist aber sehr wichtig, denn routiniertes und fachkompetentes Personal, was auch respektvoll behandelt wird, das ist das eigentliche Kapital des Unternehmens. Doch das hat sich leider bis heute noch nicht bis in die Manager-Kreise herumgesprochen. Die Generation “Excel” regiert nur nach Zahlen und Wirtschaftlichkeit, – und richtet langfristig die spritzige Innovation des zu leitenden Unternehmen zu Grunde. An der Fachhochschule oder Universität wird dieser Sachverhalt ja auch nicht vermittelt, also woher sollen sie es dann auch wissen.

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