Ottis Expertentipp: Weniger Stress bei guter Führung

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu – und führen vermehrt zu Ausfällen, wie auch Studien klar belegen. Wir fassen die häufigsten Auslöser zusammen und zeigen Strategien, wie sich diese bei umsichtiger Führung minimieren lassen bzw. wie man als Betroffener reagieren kann.

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Überlastung, der Zwang zur Zusammenarbeit und hohe Führungsansprüche – in der Arbeit kommt vieles zusammen, was schon einzeln für Stressbelastung sorgen kann. Oft sind es eher viele kleine Auslöser statt einer großen Ursache, die in der Alltagshektik gerne übersehen werden.

Moderne Klassiker ist etwa die Arbeit in einem Großraumbüro, die das Nervenkostüm immer dünner werden lässt. Fehlende Jobsicherheit, bevorstehender Personalabbau oder permanente Umstrukturierungen tun in größeren Unternehmen das Übrige.

Unternehmensberater wie Roland Ernsthaben beobachten, dass die dauerhaft angespannte wirtschaftliche Situation in vielen Branchen macht den Druck spürbarer macht. Kurzfristige Ziele nehmen oft auch erfahrenen Managern den Handlungsspielraum und erfordern (zu) viel Aufmerksamkeit.

Fachkräftemangel und der steigende Altersdurchschnitt der Beschäftigten könnte nun eine  Trendwende herbeiführen. Viele fordern Entwicklungschancen und Sinnpotenzial, nicht jeder kann diese unter permanenter psychischer Belastung nutzen. Manche können jedoch genau in schnell drehenden Organisationen ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zur Stärke ausbauen.

Mitarbeitern, die mehr Sicherheit brauchen, entsprechende Angebote zu machen und sie informiert zu halten, wird zu einer wichtigen Aufgabe im Unternehmen. Statistiken zeigen, dass Frauen hier öfter betroffen sind. Sie müssen in vielen Unternehmen härter kämpfen, haben Doppel- und Dreifachbelastungen. Wer seine Strukturen in dieser Hinsicht verbessert, kann nur profitieren und gewinnt als Arbeitgeber an Attraktivität.

Gemessen werden kann der Stress-Level, der auch ziemlich direkt mit Burnout-Gefahr zusammenhängt, durch  Arbeitsplatzbeobachtungen, Interviews und Befragungen. Der Vergleich mit anderen Abteilungen oder Unternehmen bietet den richtigen Kontext. Werden Probleme vom Management gesehen und erkannt, ist das schon ein wichtiger Schritt.

Viele kleine Probleme können zudem durch gesunde Führung behoben oder aus der Welt geschafft werden. Lob und Anerkennung für erbrachte Leistungen sowie erfolgreiche Zielerreichung sind Basics, arbeitspsychologische und ergonomische Optimierung von Arbeitsplätzen bis hin zur neuen Firmenkultur gelten als längerfristige Maßnahmen.

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