Studie: CEOs im deutschsprachigen Raum bleiben länger

Die Fluktuationsrate bei CEOs im deutschsprachigen Raum liegt mit 11,7 Prozent deutlich niedriger als in jeder anderen Region der Welt – das zeigt die neueste “Chief Executive Studie” der internationalen Strategieberatung Booz & Company.

Im vergangenen Jahr mussten lediglich 11,7 Prozent der Vorstandsvorsitzenden der 300 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihren Chefsessel räumen. Damit sind Unternehmen im deutschsprachigen Raum im Vergleich zu Resteuropa und der Welt zaghafter beim Wechsel der Führungsspitze. International drehte sich das Personalkarussell mit 23,7% in den Wachstumsregionen Brasilien, Russland und Indien am schnellsten.

Trotz der vergleichsweise niedrigen Wechselquote der CEOs im deutschsprachigen Raum sank die durchschnittliche Verweildauer im Amt auf 6,2 Jahre. Europaweit ist die Amtszeit mit durchschnittlich 5,1 Jahren noch kürzer. Die ausscheidenden CEOs sind im Mittel mit 57,5 ein Jahr jünger als die Kollegen im deutschsprachigen Raum mit 58,5 Jahren.

Die Ergebnisse legen die Interpretation nahe, dass in einem wirtschaftlich vergleichsweise prosperierenden Umfeld die Wachablösung an der Unternehmensspitze in den meisten Fällen einem langfristigen Plan folgt. Ein gezielter Aufbau und ein proaktives Suchen geeigneter Kandidaten für Top-Positionen wird zunehmend als Kernaufgabe des Boards wahrgenommen.

So erfolgten im deutschsprachigen Raum 79,5 Prozent der Wechsel wie vorgesehen, d.h. entweder aufgrund auslaufender Verträge oder altersbedingt. Lediglich 14,5 Prozent der ausgeschiedenen CEOs wurden zum Rücktritt gezwungen, sechs Prozent der Abgänge an der Unternehmensspitze sind auf Fusionen und Übernahmen zurückzuführen.

Bereits 37 Prozent der neuen CEOs kommen aus einem anderen Land als Deutschland, Österreich oder der Schweiz. 68 Prozent des neuen Führungspersonals haben vor dem Sprung an die Spitze langjährige Auslandserfahrung in operativen Funktionen gesammelt. Im Rest Europas können das lediglich 57 Prozent der neuen Vorstandsvorsitzenden von sich behaupten.

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