EU-Wettbewerbsbericht: Österreich noch vorne dabei

Der diesjährige Wettbewerbsbericht der EU bescheinigt Österreichs Industrie Top-Werte.  Neben Luxemburg, Schweden, Deutschland und Dänemark zählt unser Land zu den fünf leistungsfähigsten Staaten.

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Der Bericht spricht aber auch Warnungen aus: Strukturelle Schwächen wirken sich mittel- bis langfristig auf die Produktivität aus. Die Innovation wird laut Bericht gebremst durch die „komplexe Aufsplittung der Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Ministerien“ und/oder öffentlichen Agenturen. Ebenfalls innovationsfeindlich ist der Mangel an Fachkräften und Forschern. Die demographische Entwicklung und die damit alternde Bevölkerung sowie die gestiegenen Ansprüche an die Qualifikation werden den Druck hinsichtlich Fachkräftemangel weiter verstärken.

Potenzial liegt brach

Österreich muss im Schul- und Berufsbildungsbereich gegensteuern, da der langfristig zu erwartende Mangel sich negativ auf die Produktivität auswirken würde. Kritisiert wird die frühe Selektion im Schulsystem, aufgeteilt auf unterschiedliche Schultypen. Ein weiteres Problem konstatiert die EU im Missverhältnis steigender Studentenzahlen zu relativ niedrigen Abschlussquoten. Dies sei auf finanzielle und organisatorische Einschränkungen zurückzuführen.

Auch die Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund werden nicht genützt. Stärkere Qualifikationsprogramme und eine Alternative zur „begrenzt wirksamen“ Rot-Weiss-Rot-Karte seien notwendig. ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser teilt die Sorgen des EU-Wettbewerbsberichts: “Es gibt viele bestens ausgebildete Menschen im Land, die weit unter ihrer Qualifikation arbeiten. Das ist wirtschaftlich völlig unsinnig.“

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