Lehrlingsstudie: Jeder Sechste bricht ab

Laut dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) hat jeder sechste Lehrabgänger des Jahres 2011 seine Ausbildung vor der Lehrabschlussprüfung abgebrochen. Trotzdem ist die Quote offenbar deutlich unter jener der Schulabbrecher.

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Die Drop-Out-Quoten sind besonders in der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung mit 32 Prozent und im Bereich Tourismus/Freizeitwirtschaft mit 29 Prozent hoch, weniger Probleme gibt es hier in den Sparten Industrie mit sechs Prozent und Banken und Versicherung mit zehn Prozent.

Vergleicht man die Bundesländer, fällt auf, dass Wien mit Abstand den höchsten Anteil an Lehrabbrechern hat. 25,6 Prozent der Lehrlinge gehen nicht den Weg bis zur Lehrabschlussprüfung. In Oberösterreich mit der niedrigsten Drop-Out-Quote sind es nur 11,1 Prozent.

Lehre mit Matura
Die mangelnde Attraktivität der Lehre lässt auch Betriebe reagieren. Sie nehmen deshalb die Ausbildung immer mehr selbst in die Hand: Am „Tag der Lehre“ in Wien war Lehre mit Matura Gesprächsthema Nummer Eins. Immer mehr Betriebe bieten ihren Lehrlingen zusätzliche Matura-Ausbildungen. Der international agierende Kranhersteller Palfinger ist hierbei Vorreiter. Die Ausbildner werden vom Staat bezahlt, unterrichten aber direkt im Betrieb – hauptsächlich an Samstagen. Das wird von den Lehrlingen gerne angenommen. Jeder dritte Lehrling bei Palfinger nützt dieses Angebot.

Auch Wirtschaftsminister Mitterlehner setzt sich für die Attraktivierung der Lehre: „Dieses Erfolgsmodell sollte weiter ausgebaut und gestärkt werden, weil die Unternehmen von besser qualifizierten Mitarbeitern profitieren und die Jugendlichen ihre Karrierechancen erhöhen. Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, müssen laufend neue Kompetenzen erworben werden”

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