Flexibilität am Arbeitsmarkt 2: Auch Personalentwickler müssen flexibler denken

Flexibilität ist auch im Personalmanagement ein wichtiges Thema geworden. Sandra Micko, Personalchefin von Micrososft Austria, meint dass gute Leute leicht verloren gehen, wenn man auf ihre aktuelle Situation – etwa eine neu gegründete Familie – keine Rücksicht nimmt.

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„Flexibilität in der Gestaltung der Arbeit wird noch ein viel grösseres Thema werden, weit über die Gleitzeit hinaus“, sagt Micko. „Es kann zum Beispiel in die Richtung gehen, dass Leute acht Monat im Jahr arbeiten und vier nicht.“ Dafür ist jedoch eine wichtige Voraussetzung, die Bedürfnisse und Wünsche jedes Einzelnen zu kennen.

Die rascheren Veränderungen machen es in der Personalentwicklung schwierig, konkrete Karrierepläne zu zeichnen. Microsoft versucht im Dialog der Mitarbeiter_Innen mit den Führungskräften eine klare Richtung herauszuarbeiten. Man wisse nicht, was in den nächsten zehn Jahren sein wird. Jobs, die es vor zehn bis 20 Jahren gegeben hat, gibt es nicht mehr, dafür aber Jobs, die man seinerzeit nicht kannte. Bei Microsoft werden deshalb Talente deshalb möglichst breit auf unterschiedliche Herausforderungen und nicht nur auf eine spezifische Position vorbereitet. „Wichtig ist, permanent zu lernen und sich mit Neuem auseinanderzusetzen“, so Sandra Micko.

Nikolaus Koller, Leiter des Instituts für Journalismus und Medienmanagement der FH Wien der Wirtschaftskammer, sieht kurzfristige und individuellere Schritte in der Personalentwicklung als verbreiteten Trend. „Früher sind Trainee-Programme oft bis zu drei Jahre gelaufen. Heute sind sie meist viel kürzer“. Sowohl Koller als auch Beate Huber raten Arbeitnehmern, mutiger zu sein, wenn es um Jobwechsel geht. Huber dazu: „Ich habe immer wieder unten angefangen und bin dann aufgestiegen. Bei so einem Wechsel ist es gut, das Geschäft an der Basis kennenzulernen.“

Koller erklärt, dass das „Nicht-Zusammenpassen“ der häufigste Grund für einen Jobwechsel sei. Er warnt davor, zu lange in einem Unternehmen zu bleiben, wenn es einfach nicht passt. Es sei kein Zeichen von Schwäche, mehrere Jobs auszuprobieren, dennoch „ist es für das Weiterkommen gut, wenn sich im eigenen Tun ein gewisser roter Faden erkennen lässt.“ Beate Huber abschließend, dass es für das Fortkommen und das Selbstbewusstsein eines Arbeitnehmers von Vorteil sein kann, zu wissen, die Flexibilität und die Fähigkeit zu besitzen, sich woanders behaupten zu können.

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