Unbesetzte Stellen: Steuerberater suchen dringend Personal

Gottfried Aschauer, Chef der Steuerberatungskanzlei Ecovis in Salzburg beklagt einen ständigen Mangel an Personal in der Branche. Besonders Buchhalter, Bilanzbuchhalter und vor allem Lohnverrechner werden händeringend gesucht und habe man einmal eine gute Arbeitskraft gefunden, „dann wird sie nach ein oder zwei Jahren oder vom Mitbewerb abgeworben“.

Stuhlreihen in einem Park

Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, bestätigt Aschauer und konstatiert „krasse“ Probleme, Personal im Bereich Lohnverrechnung zu finden: „Fast jeder zweite Steuerberater in Österreich sucht eine Lohnverrechnungskraft“. Legt man diese Aussage auf derzeit circa 5.000 registrierte Steuerberater um, dann sind nahezu 2.500 Stellen unbesetzt.

Abschreckend seien wohl die geringen Einstiegsgehälter von 1.600 Euro brutto, aber Aschauer und Hübner beteuern, dass die Gehälter rasch steigen. „Ein guter, routinierter Lohnverrechner verdient mindestens 3.000 Euro brutto“ und verweist darauf, dass in der Praxis die vielen Kundenkontakte die doch trockene Theorie belebt.

Auch Gegenmassnahmen zur Personalnot wurden bereits gesetzt, so wurde am Bildungsinstitut Sacre Coeur in Wien ein viersemestriger Lehrgang für Wirtschaftstreuhänder ins Leben gerufen und in fast allen Bundesländern bestehen Kooperationen mit Handelsakademien, hier werden unter anderem Schülern Praktika angeboten.

“Hier gab es nun die ersten 20 Absolventen und diese hatten sofort einen Job”, so Hübner. Interessant in dem Zusammenhang ist ausserdem, dass die Branche wächst, die Jobs also auch in Zukunft vergleichsweise als sicher zu betrachten sind. Im Vorjahr gab es trotz der mauen Konjunktur ein Umsatzplus von drei Prozent auf zwei Milliarden Euro, ähnliche Werte erwartet man auch heuer.

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