Ottis Expertentipp: Per Ghostwriter zum Traumjob?

Es klingt beim ersten Hören verlockend: die perfekte Bewerbung, ohne einen Finger rühren zu müssen! Und das um 250 Euro. Wer würde da nicht zuschlagen? Wir haben uns für Sie angesehen, wie weit man mit derartigen “Pauschalangeboten” kommen kann.

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Einige ehemalige Personalmanager hatten eine zündende Idee, um erfolglosen oder überforderten Arbeitssuchenden zu helfen – und sich ihre eigene Nische zu schaffen: sie schreiben Lebensläufe, Motivationsschreiben, ja ganze Bewerbungsmappen auf Bestellung. Ihr Argument: Viele Bewerbungen sind derartig fehlerhaft, dass sie von Personalern sofort aussortiert werden.

Stefan Gribi ist einer von jenen, die die Seite gewechselt haben, wie er dem “Spiegel” erzhält hat. Ihm waren die vielen wegen Formfehlern in Sekunden abgelehnten Bewerber ein Dorn im Auge, sagt er. Als Ein-Mann-Unternehmen versucht er nun, seine Kunden auf den ersten Blick einschätzen zu können und inhaltlich passend zu positionieren – wobei nicht immer nötig ist, lediglich die Bezahlung ist verpflichtend.

Wer einen Lebenslauf und das entsprechende Inserat schickt, bekommt nicht nur Bewerbungs- und Motivationsschreiben, sondern auch einen optimierten Lebenslauf. Die Vorteile sind klar: Wer ausreichend liquide ist, spart sich eine Menge Arbeit. Und erhält ein Ergebnis, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aussortiert wird.

Doch es gibt – neben den Kosten – auch Grund zur Skepsis. Die Authentizität geht auf jeden Fall verloren, oft ist die “Optimierung” auch zu offensichtlich – Personaler haben ein geschultes Auge und finden allzu oft verwendete Textbausteine schnell. Die Aussagekraft lässt zu wünschen übrig, die persönliche Komponente fehlt völlig.

Das größte Problem ist jedoch, wenn auf die Bewerbung tatsächlich ein Vorstellungsgespräch folgt. Bei einer stark aufgebesserten Vita kann man da schon in Erklärungsnotstände kommen, hier werden in der Regel alle Tricks ausgereizt – bis an die Grenze der Glaubwürdigkeit. Da dem Lebenslauf der persönliche Touch fehlt, kann auch die Diskrepanz zu den übermittelten Unterlagen auffallen.

Wir raten – Einzelfälle ausgenommen – von dieser Methode ab. Sie ist nicht nur teuer und kontraproduktiv, sondern funktioniert auch bei weitem nicht so gut, wie behauptet wird. Erfolgreiche Bewerbungen basieren auf intensiver Arbeit mit sich selbst, um herauszufinden, was man eigentlich will und wo die eigenen Stärken liegen. Dabei kann und soll man sich gerne von Experten beraten lassen – der Rest liegt dann aber wieder in Ihren Händen.

Wer genau weiß, wie er sich darstellen will und warum er eine Stelle anstrebt, und nur kein Händchen fürs Texten hat, kann von Unterstützung profitieren – ob sie von einem erfahrenen Bekannten oder einem Profi kommt, muss jeder für sich entscheiden. Je echter und ehrlicher eine Bewerbung ist, umso leichter wird man auch beim persönlichen Gespräch reüssieren können. Wir wünschen viel Erfolg!

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