Social Media als Chance nutzen

Beim People Management Circle in Wien stellten die Podiumsteilnehmer fest, dass Social Media in der Arbeitswelt längst angekommen ist.  Wer sich den neuen Technologien verschliesst, kann deshalb leicht auf der Strecke bleiben, war der einhellige Tenor.

(c)sxc.hu surley

Cisco, Anbieter von Netzwerklösungen führt seit drei Jahren weltweit Studien über das Nutzungsverhalten von sozialen Medien bei Jungen durch. Bei einer der letzten Erhebungen gaben 71 Prozent der Befragten an, dass sie internen Richtlinien, die Social Media verbieten, nicht folgen würden, wissend, dass dieser Widerstand Konsequenzen haben kann, meinte Marina Mekhedova.

“Die Frage lautet daher nicht, ob Social Media verboten werden oder nicht, vielmehr sollten sich Unternehmen die Frage stellen, wie sie von diesen Medien und dem Wissen der Jungen selbst profitieren können”, ergänzt Mekhedova. Cisco selbst hat keinen Angst vor Missbrauch, es wird auch nicht kontrolliert, wie viel Zeit Mitarbeiter in sozialen Netzwerken verbringen, deshalb sind sämtliche Zugänge offen.

Durch die Mobilität hat sich auch die Geschwindigkeit stark erhöht. Früher musste man drei Wochen auf die Beantwortung eines Geschäftsbriefs warten, heute werde man schon ungeduldig, wenn eine eMail innerhalb von drei Stunden nicht beantwortet werde. Die Folge ist reaktives Arbeiten und nicht mehr viel Zeit, um nachdenken zu können.

Dazu Margarete Schramböck von NextiraOne: „Außerdem verflüssigen sich die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Wie hier der richtige Umgang gefunden werden kann, hängt stark von der Unternehmensführung ab. Rein durch Regeln kann das jedenfalls nicht gelöst werden, es muss auch von allen gelebt werden”

Johannes Zimmerl von Rewe International ergänzt, dass Social Media bei der Mitarbeitersuche eine immer grössere Rolle spiele. Bei Rewe sei dies noch ein Lernprozess, auch weil man für diese Medien eine andere Herangehensweise brauche. “Nicht ausschließlich das Unternehmen oder der Chef geben Dinge vor, sondern auch die User”, so Zimmerl.

Nicht bestätigen konnten die Diskutierenden die Stereotype des jungen Social-Media-Experten und der älteren Generationen als Verweigerer. Hier herrschte die einhellige Meinung vor, dass es keine Unterschiede in der Beherrschung der neuen Medien gibt, sondern in der Nutzung.

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