Die innere Kündigung

Eine Umfrage von Gallup Deutschland ergab, dass mittlerweile fast zwei Drittel aller Beschäftigten  sich nicht mehr mit ihrem Job identifizieren und ihre Arbeit nach Vorschrift abarbeiten. Trotzdem halten sich laut einer Forsa Umfrage fast 95% der Vorgesetzten für fähig. Warum das so ist, will der Manager-Psychologe Thorsten Kienast damit erklären, dass Chefs zu wenig reflektieren und viele Angst vor ehrlichem Mitarbeiter-Feedback haben.

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Kienast führt aus, dass das Feedback vom Angestellten für den Vorgesetzten immer gefärbt ist. Viele würden sich gar nicht trauen, ehrlich zu sein. Genauso wenig trauen sich viele Unternehmen, eine wirklich anonyme und offene Umfrage bezüglich der Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter durchzuführen.

Die Identifikation mit einem Unternehmen seitens der Mitarbeiter ist stark von der Art des Unternehmens und der Tätigkeitsform abhängig. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen werden über die gemeinsame Sache motiviert und geben für ihr Unternehmen alles. Anders hingegen sieht es bei Fließband-Mitarbeitern aus, die jeden Tag ein und denselben Handgriff tätigen, hier kann zum Beispiel die Teamarbeit stark motivierend wirken.

Weitere Faktoren für Mitarbeiterzufriedenheit sind zum Beispiel Aufstiegschancen, Prestige oder interessante Praktika und auch soziale Sicherheit. Natürlich ist auch Geld ein Belohnungsfaktor zur Motivation. Warum die Umfragewerte dennoch so schlecht sind, erklärt sich Kienast damit, dass heutzutage die Unternehmen einfach viel stärker profitorientiert geführt werden als früher.

Ein Beispiel für ihn ist die Firma Apple, trotz dem stärksten Absatz von Handys fiel der Aktienkurs, weil die Analysten einfach noch mehr eingeplant hatte und das wirkt sich auch auf die Mitarbeiter aus, die ja eh schon alles geben. Hier ist besonders auf die Kommunikation an den Mitarbeiter ein Thema.

Wenn man ihm ständig das Gefühl gibt Defizite aufholen zu müssen, wird das eher nicht motivieren. Es entsteht ein Angstgefühl und sehr viel Druck. Fehlender Respekt und auch mangelnde Anerkennung werden stark empfunden und führen dazu, dass sich die Mitarbeiter degradiert fühlt und seine Arbeit schließlich auch nur mehr als Mittle ansieht, sein Einkommen zu sichern.

Widerspruchsfreies Handeln von Unternehmen sowie Wertschätzung für Mitarbeiter sind die Voraussetzung für eine leistungsfördernde berufliche Vertrauensbeziehung. Der Führungsstil muss sich wieder an die Menschen anpassen und Arbeit für den Mitarbeiter zu einem lebenswerten und positiven Bestandteil seines Seins zu machen.

Sonst erhält man im schlimmsten Fall eine Kündigung per Youtube-Kanal:
http://www.youtube.com/watch?v=Ew_tdY0V4Zo

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