Arbeitsparadies – oder ewiger Konflikt?

Wer glaubt, dass es den perfekten Arbeitsplatz gibt, wo alles eitler Sonnenschein ist, wird lange nach diesem mythischen Ort suchen. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn alle Entscheidungen immer im Konsens fallen würden, alle für einen und einer für alle stehen, eine offene Kultur gelebt wird und nie jemand ein falsches Wort sagt, doch die Realität ist eine andere.

cc(pixello.de)Peter Hebgen

Im professionellen Umfeld ist es wichtig, sich auch gegen härtere Bandagen zu wappnen. Wir haben alle Macken, die wir tagtäglich mit uns herumtragen und so auch in unser Arbeitsumfeld mitbringen – unseren Kollegen geht es nicht anders! Konflikte sind somit vorprogrammiert. Alle müssen lernen, den richtigen Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen zu wahren, trotz ihrer Schwächen und eventuellen nervigen Angewohnheiten.

Konflikte gehören dazu und das ist auch gut so, denn sie beleben den Arbeitsalltag! Sie sind eine Quelle für konstruktive Weiterentwicklung, nicht nur im professionellen Kontext. Schwachstellen können nur beseitigt werden in dem man sie erkennt und ihnen ihre Daseinsberechtigung lässt. Erst dann kann man daran arbeiten, über sie hinauszuwachsen.

Die Komplexität von Teams und Abteilungen ist offensichtlich – verschiedenste Menschen mit unterschiedlichen Eigeninteressen arbeiten an gemeinsamen Zielen, dazu kommen äußere Faktoren und streuen noch etwas Sand ins Getriebe. Zu den verschiedenen Charakteren kommen unerwartete Neuerungen, Unklarheiten, Konkurrenz, Hierarchien, Missverständnisse, Fehler etc. – alle beeinflussen das Gesamtergebnis.

Ein gutes Konfliktmanagement versucht, Aggressionen durch Verhandeln beizulegen. Gefühle und Aspekte der Macht sollten außen vorgelassen werden, denn es geht um den reinen Sachverhalt. Die Umerziehung eines Mitarbeiters/Kollegen ist sehr unwahrscheinlich, der Weg führt darüber sein Vertrauen zu erlangen, indem man nicht versucht, jemanden zu verbiegen, sondern die Menschen so zu nehmen, wie sie sind.

Auch wir haben es in der Hand dazu beizutragen, dass Konflikte schnell gelöst werden. Allen voran steht Dinge anzusprechen und nicht auf die lange Bank zu schieben, Probleme erkennen und sich um sie kümmern. Sachliche Herangehensweise ist vorausgesetzt. In Streitgesprächen ist Offenheit angesagt, Fragen stellen um das Gegenüber aus der Defensive zu locken. Jeder darf seine Argumente vorbringen, Wertungen sollten vermieden werden, also sollte auf Belehrungen oder gar Drohungen verzichtet werden.

Manchmal muss man aber auch akzeptieren, wenn eine Person überhaupt keine Kritikfähigkeit besitzt, dass man auch mit einem guten Konfliktmanagement nicht weiter kommt. Oft kann man die Offenheit für Konfliktmanagement eines Unternehmens bereits beim Bewerbungsgespräch erahnen. Werden zum Beispiel Seminare zu dem Thema angeboten, oder welchen Stellenwert hat die Teamarbeit, kann man davon ausgehen, dass man sich zumindest Gedanken über das Thema gemacht hat.

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