Teurer Spaß – was kostet Arbeit in Österreich?

In der gesamten Eurozone sind die Löhne inklusive Nebenkosten weniger stark angestiegen als bei uns. Die Arbeitskosten explodieren förmlich, fast ein Fünftel mehr im Vergleich zu 2008. Im Vergleich dazu sind die Arbeitskosten im benachbarten Deutschland nur um knapp 12,2% gestiegen.

cc(pixelio.de)Jorma Bork

Bei den Bürgern kommt davon leider wenig an. Für die Beschäftigten ist “heuer bereits das 5. Jahr in Folge, in dem die Einnahmen real zurückgehen”, so WIFO-Karl Aiginger. Tatsächlich erweisen sich die gestiegenen Lohnkosten für die Arbeitnehmer als Minus, denn selbst ansehnliche Kollektivvertragserhöhungen fallen der heimischen Teuerungsrate und der Steuerprogression zum Opfer.

Abwanderung von Betrieben, reduzierte Beschäftigungsniveaus und ein geschwächter Standort Österreich sind die Folgen. Senkungen und Erleichterungen, wie zum Beispiel die des Unfallversicherungsbeitrags um 0,1% im Juli 2014, sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Arbeitnehmer wird davon kaum etwas mitbekommen. Für sie wäre eine Steuerreform dringend notwendig, um zumindest bei den unteren Verdienstbereichen für höhere Realeinkommen zu sorgen.

“Beschäftigung muss sich auch rentieren, neue Jobs müssen schließlich finanziert werden”, fordert Christian Keuschnigg, Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS). Karl Aiginger vom WIFO zieht daraus auch Rückschlüsse auf die Arbeitslosenrate, denn diese werde nicht sinken, bis der Faktor Arbeit nicht entlastet wird. Das WIFO geht heuer von einer Arbeitslosenquote von 8% aus, im nächsten Jahr sogar noch etwas höher.

 

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