Der Job und seine Hemmschuhe

Zum Job-Alltag von heute gehören Restrukturierung und Veränderung dazu. Dieses permanente Umkrempeln und das Fehlen von Kontinuität sind auf die Dauer auslaugend – und führen zu Resignation. Die Arbeitswelt gibt sich immer mehr instabil und turbulent, es entsteht ein andauernder Druck auf den Arbeitnehmer zur laufenden Auseinandersetzung mit den Veränderungen.

Einfach einmal in Ruhe arbeiten zu können, wird zu einer Wunschvorstellung. Es entsteht eine Sehnsucht nach Beständigkeit, aber diesem Wunsch wird nicht Rechnung getragen – leider, denn der heutigen Arbeitswelt würde ein wenig mehr Beständigkeit und Dauerhaftigkeit sicher nicht schaden.

Arbeitnehmer konzentrieren sich oft mehr auf Umstrukturierungen als auf ihren eigentlichen Job. Sorgen kreisen im Kopf, wo man sich eigentlich Gedanken über innovative Arbeitsschritte machen sollte. Dieses fahrige, oberflächliche Gesamtverhalten des Personals wird mit Unmut aufgenommen, von Arbeitgebern genauso wie von Kunden.

Die innere Bindung von Arbeitnehmer zum Arbeitgeber wird auch immer weniger tragfähig, was zusätzlich für Spannungen sorgt. Kaum ein Arbeitnehmer identifiziert sich zu 100 Prozent mit den Vorstellungen des Arbeitgebers, Bedürfnisse und Erwartungen der anderen Seite werden nur mangelhaft erfüllt.

Unsicherheit und Ungewissheit senken Arbeitsqualität

Im Allgemeinen macht sich auch eine Art “Wurstigkeit” breit, je distanzierter ein Arbeitnehmer den Betrieb sieht. Engagement ohne eine gewisse gefühlsmäßige Nähe gibt es nicht. Das soll nicht heißen, dass Strukturen und Abläufe nicht regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden müssten, sondern einfach nur, dass die Erwartungshaltung hinsichtlich der Umstrukturierungen effizient gesetzt werden muss.

Die Stimmung im Unternehmen ist zusätzlich ein ausschlaggebender Faktor, wenn es um die Zufriedenheit des Personals geht. Dort, wo Unsicherheit und Ungewissheit ihr Unwesen treiben, sind die Mitarbeiter sehr auf sich selbst konzentriert, was dementsprechende Auswirkungen auf ihre Arbeit mit sich bringt.

Die Frage ist dann, wie die Arbeit getan wird, vorrangig nicht mit dem Hirn, sondern ohne mitzudenken, automatisiert in Abläufen. Treibstoff und Brennstoff zu gleich sind die Gefühle, die von der Belegschaft dem Unternehmen entgegen gebracht werden. Sie können einen Betrieb zusammenschweißen oder ihn explodieren lassen.

 

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