Der virale Effekt von Stress

Dass auch Stress hoch ansteckend ist, merkt man schnell. Und irgendjemand in der privaten oder beruflichen Umgebung, hat immer Stress! Neurowissenschafter am Leipziger Max-Planck-Institut haben nun die Voraussetzungen und Ansteckungsmöglichkeiten von Stress nachgewiesen.

Stress gilt allgemein als zentraler Krankheitsauslöser. Nun wurde erstmals nachgewiesen, dass er auch ansteckend ist. Alleine beim Beobachten gestresster Menschen steigt der eigene Cortisolspiegel – Cortisol ist allgemein als das Stresshormon bekannt.

Der virale Effekt von Stress

(c) pixelio.de / Tanja

Je näher einem die gestresste Person steht, desto mehr spricht man darauf an. Drei Wissenschafter des Max-Planck-Instituts in Leipzigs sowie der TU Dresden haben Probanden einer akuten Stresssituation ausgesetzt, dabei ist bei 30 Prozent der Beobachter ebenfalls der Kortisolspiegel in die Höhe geschnellt.

Empathische Stressreaktion

Selbst bei der Beobachtergruppe, die die Situation nur über Video mitverfolgte, schüttete jeder vierte im eigenen Körper ordentlich Stresshormone aus. Diese empathische Stressreaktion wurde übrigens, in gleicher Weise bei Männern und Frauen beobachtet.

Starke Aufmerksamkeit wird in dieser Untersuchung auf die schädigende Langzeitwirkung gerichtet. Evolutionär hat dieser Anstieg des Stresshormons natürlich seine Berechtigung, doch durch anhaltend hohen Cortisolspiegel, wie eben durch chronischen Stress, werden Nervenzellen und das Immunsystem geschädigt. Angehörige von Dauergestressten und Menschen die beispielsweise im Sozialbereich tätig sind, sind besonders betroffen.

Aber auch das Zusammenarbeiten im Großraumbüro ist kontraproduktiv und kann stark stressfördernd wirken. Wichtig ist nun, die eigene Anfälligkeit für die Stressansteckung zu erkennen und damit einen konstruktiven Umgang zu finden, um nicht durch Empathie und Mitleid ins Burnout zu schlittern oder abzustumpfen.

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