Digitale Natives – und was sie fordern

Sind Kriterien wie Anwesenheit überholt, wenn die Leistung passt? Die Generation Y, auch Digital Natives genannt, fordert mit ihrem Selbstverständnis für neue Herangehensweisen und Möglichkeiten die Unternehmen und deren Flexibilität.

Digitale Medien, Computer, Handy, Internet, Social Media – all das hat die Welt und damit auch die Arbeitswelt verändert, revolutioniert und geprägt. Für jene die nach 1980 geboren wurden, sind diese Aspekte vollkommen selbstverständlich, sie sind damit aufgewachsen. Diese Personen werden Digital Natives genannt, oder auch als Generation Y bezeichnet.

(c) pixelio.de / Tim Reckmann

(c) pixelio.de / Tim Reckmann

Quasi mit der Muttermilch aufgesogen, tragen sie die Grundsätze der neuen Arbeitswelt in Unternehmen hinein, sind damit von Personalchefs gleichzeitig gefürchtet und geschätzt. Im Moment machen sie 28% der österreichischen Bevölkerung aus, aber bereits 2018 sind mehr als 50% der Arbeitnehmer Digitale Natives, das heißt jeder zweite Erwerbstätige gehört zu dieser Gruppe.

Spätestens dann wird man sich den Wünschen und Forderungen stellen müssen, Florens Eblinger (Eblinger&Partner) meint über sie: “Diese Generation ist selbstbewusst, hat klare Vorstellungen vom beruflichen Weg und will von den zukünftigen Arbeitgebern umworben werden.”Die Generation Y strebt, mehr als alle Generationen davor, nach Selbstverwirklichung und Sinnstiftung.

Leistung und Arbeitszeiten

Die holistischere Weltanschauung der Digitalen Natives setzt Leistung mit Arbeit nicht zwingend gleich, für sie ist Leistung ein Begriff, der das gesamte Leben – privat oder beruflich – umspannt. Pflege von alten oder kranken Verwandten, Erziehung der Kinder, Mitarbeit in Vereinen, das alles zählt genauso zur Leistung eines Digital Natives, wie Beruf und Karriere, für sie muss all das vereinbar sein und Zeit dafür geschaffen werden.

Dieser Zugang stößt bei Vorgesetzten oder in der HR Abteilung oft auf Unverständnis, hingegen sind Kernarbeitszeiten und verpflichtende Anwesenheit für Digital Natives ein Anachronismus. Digital Natives arbeiten schneller, finden rasch neue Lösungen und Herangehensweisen und stürzen sich ins Abenteuer, damit eine Aufgabe aber spannend bleibt, muss die Tätigkeit sinnhaft sein, etwas bewegen.

Dass das nur im Büro möglich ist, ist für sie undenkbar. Dabei sind die Leute der Generation Y als Mitarbeiter, ein Gewinn für jedes Unternehmen. Sie nutzen alle erdenklichen Kanäle, finden Mittel und Wege, um ihre Ziele zu erreichen, sind Teamplayer und bei Bedarf Einzelkämpfer, sowie effizient, kreativ und hochmotiviert.

Georg Schlotter, Human-Resources-Manager bei BP Europe & Africa sagt über sie:”Wir sind überzeugt, mittels herausfordernder Projekte, inspirierender Kollegen, sowie flexibler Arbeitszeitmodelle, das richtige Paket anzubieten. Denn unsere extrem komplexe Industrie bedarf ständiger Innovation, und dafür brauchen wir die Generation Y”.

Die Generation Y fordert ein Umdenken, weg von Anwesenheit, hin zu Leistung und dies wird ihnen mit der Zeit auch gelingen. Sie sind jedenfalls bereits jetzt die am besten ausgebildete und internationalste Generation, die jemals den Arbeitsmarkt betreten hat.

Schreibe einen Kommentar