Männer aufgepasst: Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

Auch wenn sich in den letzten Jahren das Selbstverständnis für Gleichberechtigung sehr gesteigert hat, wird es leider noch immer viel zu wenig ausgeübt. Frauen sind nach wie vor unterrepräsentiert – besonders in “höheren Etagen”. Gehaltsmäßig bleiben sie benachteiligt und müssen sich immer wieder ein Stück weit mehr beweisen, als ihre männlichen Kollegen. Was können Männer in der Arbeitswelt tun, um Frauen zu unterstützen?

cc(pixelio.de)Wilhelmine Wulff

Studien von McKinsey belegen, dass die produktive Kraft von Frauen wirtschaftsfördernd ist.
Frauen dabei zu unterstützen, erfolgreich zu arbeiten, ist dabei nicht nur ein moralischer Vorteil, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Dorthin zu gelangen liegt nicht nur an den Vorgesetzten – jeder Mann kann dabei helfen! Selbst in kleinen Projektteams, passiert es nur zu oft, dass eine weibliche Kollegin schnell in die Support-Rolle schlittert bzw. die Zuarbeiten erledigt. Dabei ebnen aber gerade die kritischen Projektaufgaben meistens den Weg in die Chefetage.

Männer können dabei helfen, die weiblichen Kolleginnen dazu zu ermutigen, eine stärkere Rolle im Team zu übernehmen. Das kann sogar die Gesamtperformance des Teams verbessern. Auch wenn Frauen in einer Geschäftsbesprechung häufiger unterbrochen werden, dann kann man helfen, in dem man ihr wieder Raum schafft. Das fördert nicht nur die Kollegin, sondern das gesamte Team und stärkt die Führungsqualitäten des helfenden Mannes.

Wenn eine Kollegin dazu neigt, ihre Erfolge herunterzuspielen, dann kann man ihnen dafür trotzdem den gebührenden Respekt zollen und somit auch gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein stärken. Männer können durchaus als Mentor für (jüngere) Kolleginnen fungieren und ihnen zeigen, wie der Hase läuft. Eine neue Kollegin unter seine Fittiche zu nehmen ist sicher auch für einen Senior Manager nicht von Nachteil.

Die Personalabteilung kann mit einem Vorurteilstraining gezielt unterbewussten Assoziationen entgegenwirken. Auch wenn wir alle zumindest an der Oberfläche gleichwertig erzogen werden, hat jeder von uns seine blinden Flecken. Männer die bestimmt und direkt agieren, werden positiv aufgenommen und als ehrliche, gute Mitarbeiter empfunden, denen man gerne Arbeitsaufgaben anvertraut, eine Frau die so agiert wird schnell als “bossy” abgestempelt und mit Antipathie gestraft.

Auch das Thema Familie muss nicht immer ein Frauenthema bleiben. Männer sollten sich – in der heutigen Zeit auch öffentlich – über ihre Vaterschaft austauschen können und es damit salonfähig machen, dass Familie bzw. Kinder zu haben nicht nur ein Frauenthema ist.

3 Comments

  1. “Männer können dabei helfen, die weiblichen Kolleginnen dazu zu ermutigen, eine stärkere Rolle im Team zu übernehmen. Das kann sogar die Gesamtperformance des Teams verbessern.”

    Das ist doch ein Scherz, odeR? Ermutigen? Das ist doch Chauvinismus pur. Starke Frauen (und auf die wird doch wohl hier reflektiert) brauchen so etwas nicht.

    “Auch wenn Frauen in einer Geschäftsbesprechung häufiger unterbrochen werden, dann kann man helfen, in dem man ihr wieder Raum schafft” Auf welche wissenschaftliche Untersuchung wird denn hier Bezug genommnen? Belegbare Zahlen hierzu existieren doch garnicht. Und : der ganze Artikel ziehlt auf Steibügelhaltung fuer Frauen ab. Ja , mit welcher Begründung denn?

  2. Sehr empfindliches Thema. In einer Gesellschaft, in der die Frauen seit Generationen in einer unterwürfiger Opferrolle erzogen wurden, in der jede Verantwortung sofort an den (Ehe-)Mann übertragen wird. Warum sind die Frauen benachteiligt? Weil (a) (gewisse Frauen) kein nötiges Selbstbewusstsein besitzen, um an die nächste Stufe zu gelangen, (b) für viele Frauen ist das Arbeiten leider immernoch das Hobby (im Gegensatz zum Mutter&Hausfrau-sein(was als “Hauptberuf” wahrgenommen wird), was diese Frauen als unzuverlässig darstellt, und (c) der Männerdominierter Umgebung gerade passt, so wie es aktuell ist und die gar kein Interesse haben, ws zu ändern, zumal aus Angst um Konkurenz für sich selber. Man sollte sich vielleicht fragen, warum sogar die Frauen, die sich für die Führungskräftepositionen bewerben, oft nach Familienplanung gefragt werden (obwohl es gewäsetzwidrig ist, aber “wo kein Kläger, kein Beklagter”), denn, denen wird unterstellt, nach dem Kindergeburt nicht mehr bei der Arbeit zu erscheinen…

    Fortbildungen zum Thema Vorurteile Finde ich hingegen produktiv, weil das den Zweck einer Awarenesskampagne erfüllen wird, und die (männliche) Führungskräfte auf das Thema sensibilisieren wird. Ebenso wird es Familien darauf sensibilisieren, (a) das Arbeiten verantwortungsvoller wahrzunehmen, und (b) künftige Generationen selbstbewusster und verantwortungsvoller zu erziehen.

    Ein tiefgrundlegendes Problem, der stufenmässig gelöst werden soll… Eventuell mit der Hiöfe von Beispielen aus, in diesem Sinne weit entwickelter Länder, wie Skandinavische Ländern oder Frankreich, oder Länder des ehemaligen Ostblocks…

  3. Die Frauen, welche auf Abteilungsleiterebene waren, konnten leider nicht führen. Die konnten nicht mal Ihren eigen Job beherrschen – zu unsicher, inkompetent und sind nur durch einen Schieber weitergekommen. Ich bin dafür, dass nur Frauen weiterkommen, die kompetent sind und auch führen können. Das unterstütze ich auch – das ist in meiner bisherigen beruflichen Erfahrungswelt noch nicht passiert. Wo gibt es das und können Sie mir da konkrete Beispiele nennen ?

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