Eine kleine Typologie der Kollegen

Man glaubt es kaum, aber es gibt sie überall: In jedem Büro tummeln sich die folgendenen prototypischen Charaktere. Hier finden Sie hilfreiche Tipps im Umgang mit Kollegen, die man manchmal mehr und manchmal weniger schätzt.

cc(pixelio.de)Stephanie Hofschlaeger

  1. Erster: Ist morgens vor allen anderen im Büro, penibel aufgeräumter Schreibtisch. Disziplin wird groß geschrieben und alles kritisch beurteilt – flexible Arbeitszeiten werden nicht positiv bewertet, dafür spätes Kommen negativ. Ein Hochgefühl gibt es bei Aussagen wie “Ich bin ja immer der Erste im Büro”. Hier ist es wichtig, nicht in eine Konkurrenzfalle zu tappen und den Ersten, Ersten sein zu lassen. Probieren Sie es mit Work-Life-Balance!
  2. Das Küchenferkel: Auch nicht das am besten angebrachte Hinweisschild kann das Küchenferkel davon abhalten, seinen Müll herumliegen zu lassen. Das schmutzige Kaffeehäferl wird überall platziert, doch nie im Geschirrspüler. Lieblingshäferl sollten vor ihm in Sicherheit gebracht werden.
  3. Der Toilettenzwilling: Mysteriös, aber ab und zu kommt es vor, dass es einen Kollegen immer wieder, zur selben Zeit in die Toilette zieht. Peinliche Stille trägt nicht zur Situation bei, eher lieber ein Small-Talk-Thema anschneiden, wie schön das Wetter heute zum Beispiel ist.
  4. “Wärst du so lieb”-Typ: Wer kennt niemanden, der versucht mit einer netten Floskel einen kleineren, aber lästigen Arbeitsauftrag an einen abzuschieben? Treuherziger Augenaufschlag inklusive. Am besten ist es gleich mit einem eigenen kleinen Arbeitsauftrag zu kontern: “Gerne mach ich das für dich. Ach ja, wärst du so lieb und nimmst mein Häferl mit in die Küche?”.
  5. Das Küken: Küken sind in der Regel fleißig, wissbegierig und geben sich gekonnt liebevoll. Sie melden sich im Meeting per Handzeichen und sprechen mit leiser Stimmlage. Kritik nimmt das Küken eher schlecht auf, da sind schon einmal ein paar Tränen als Antwort parat. Zeitaufwendig ist danach nicht nur das Tränen trocknen, sondern auch genaue Erklärungen, was denn falsch gelaufen ist. Aber Geduld ist hier eine Tugend und gewisse Dinge wachsen bestimmt aus, mit der Zeit.
  6. Zuckerbäckerin: Durchschnittlich bringen normale Kollegen, maximal einmal pro Jahr etwas Süßes mit – an ihrem Geburtstag. Nicht so die Zuckerbäckerin! Für die Rettung aus dem Nachmittagstief, hat die Zuckerbäckerin stets einen freundlichen Dank verdient und wenn man mal selber Hilfe braucht, beim Geburtstagskuchen, nimmt man diese gerne an!
  7. Verführer: Er ist der fesche Praktikant oder Neue aus der anderen Abteilung, bei dem man immer schmachtend wartet, ob er nicht bei der Tür hereinkommt. Einigen geht er damit auf die Nerven, weil sie seine Masche des coolen Checkers durchschauen und von einigen wird er geliebt, weil sie ihn vergöttern. Am besten von erfahrenen Kollegen erden lassen.
  8. Klette: Die Klette ist eine Person, die entweder zu faul ist, ihr Leben rund um den Büroalltag selbst zu planen, oder einfach Anschluss sucht, manche sind schlichtweg einsam. Leider haben Kletten meist ein Talent für Timing, sie wollen sich immer dann anschließen, wenn es gerade gar nicht passt. Im Umgang mit einer Klette, muss man genau ihre Motivation analysieren und sensibel vorgehen.
  9. Bürobewohner: Kollegen dieser Kategorie erkennt man daran, dass sie ihren Arbeitsplatz wie eine Wohlfühloase gestalten. Gelegentliches umgestalten geht, vielleicht manchmal auf Kosten konzentrierten Arbeitens der Kollegen, aber an sich kann man den Bürobewohner mit ein paar Komplimenten als Freund gewinnen.

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