Mindestgehalt – Fluch oder Segen?

Seit einiger Zeit ist es Pflicht, in einem Stelleninserat das Mindestgehalt anzugeben. Fehlt dieses, drohen bis zu 360 Euro Strafe. Viele möchten sich aber dennoch nicht in die Karten schauen lassen – und geben nur vage Details preis. Die Angabe kann sogar negative Effekte haben, meinen Experten.

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Die wichtigste Frage ist demnach, ob unrealistische Angaben nicht gut qualifizierte Bewerber eher abschrecken und somit ein Schaden für die Firmen entsteht. Eine realistische Einschätzung darüber, wie groß der Spielrahmen nach oben, ausgehend von der Basis des Mindestgehalts ist, ist auch mit Zusätzen wie “Bereitschaft zur Überzahlung” nicht möglich.

Top-Bewerber werden von einem geringen Mindestlohn abgeschreckt und bewerben sich gleich gar nicht, selbst wenn es möglich wäre, auch das Gehalt, welches sie sich vorstellen, auszuhandeln. Ist die Kluft zwischen dem, was sich ein Bewerber vorstellt und dem was im Inserat steht zu groß, gibt es kaum Motivation sich zu bewerben.

Immerhin haben viele Firmen mittlerweile erkannt, dass sie sich selbst schaden, wenn sie lediglich das kollektivvertragliche Mindestgehalt mit so einem Zusatz angeben. Von Transparenz kann hier dennoch nach wie vor keine Rede sein, eine Annäherung von realem Gehalt und realistischen Angaben im Inserat erfolgt im besten Fall schrittweise in der Zukunft.

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