Was tun gegen Schikanen am Arbeitsplatz?

Was muss man sich, aus arbeitsrechtlicher Sicht am Arbeitsplatz alles gefallen lassen? Welche Beschimpfungen können einen den Job kosten und wann sollte man sein Gemüt besser im Zaum halten? Wir haben Tipps für Sie!

cc(pixelio.de)Angela Parszyk

Prinzipiell kann eine grobe Ehrverletzung zu einer sofortigen, fristlosen Entlassung führen. Der Sachverhalt ist dann gegeben, wenn ein Mensch mit normalem Ehrgefühl auf eine Aussage nicht anders reagieren kann als mit einem Abbruch der Beziehung. Allerdings kann so eine Ehrverletzung entschuldbar sein. Voraussetzung dafür sind die Begleitumstände und das Verhalten des Beleidigten. Aber wie so oft, wird hier auch von Fall zu Fall entschieden.

Es geht um die Zumutbarkeit der Weiterbeschäftigung und diese hängt mit verschiedenen Kriterien zusammen. So zum Beispiel der jeweiligen Position, dem Bildungsgrad, der Art des Unternehmens, dem bisherigen Verhalten und auch dem allgemeinen Umgangston im Unternehmen.
Es gibt Fälle, in denen selbst dem Chef gegenüber Aussagen wie “Leck mich am Arsch” nicht ausreichten, um eine fristlose Entlassung zu rechtfertigen – und andere, wo bereits die Beschimpfung des Vorgesetzten als “Trampel” oder “Schwein” genügten. Falls der Arbeitnehmer beschimpft wird, egal ob von Vorgesetzten oder Kollegen, hat dieser natürlich auch das Recht auf einen sofortigen Austritt und Anspruch auf Kündigungsentschädigung.
In einem wechselseitigen Streit zwischen Kollegen, kann die Konsequenz der fristlosen Entlassung beide treffen. Wenn ein Arbeitnehmer von einem Kollegen beschimpft wird, so hat dieser in erster Instanz den Dienstgeber zu informieren, der wiederum seiner Fürsorgepflicht nachkommen sollte. Erst wenn sich der Vorgesetzte weigert einzuschreiten, ist der beschimpfte Arbeitnehmer zum sofortigen Austritt berechtigt.

Im Falle von andauernder Schikane, also Mobbing, gilt das gleiche nur mit dem Unterschied, dass der Betroffene dann auch noch ein Recht auf Schadensersatz beim Dienstgeber einklagen kann, sollte dieser seine Fürsorgepflicht nicht wahrnehmen.

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