Das Geschäft mit den Überstunden

Eine neue EU-Studie belegt, dass die meisten Überstunden von unseren deutschen Nachbarn geleistet werden. Nirgendwo anders ist der Unterschied von vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten und geleisteten Arbeitszeiten so groß. Noch dazu wird nicht einmal die Hälfte dieser Überstunden vergütet. Auch Österreich ist vorn dabei.

cc(pixelio.de)Jorma Bork

Österreich hinkt Deutschland bei der Mehrarbeit nicht viel hinter her: hierzulande liegt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 40,1 Stunden, verglichen mit 40,5 Stunden bei den Nachbarn. Lange Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck führen, so Kritiker und OECD, zu Stress und Überforderung, machen krank und ebnen damit einen Weg ins Burnout.

Außerdem sind sie im Grunde kein Ausweis für Leistungsfähigkeit, sondern mehr ein Beweis für einen falschen Leistungsdruck, für Lohndumping und kontraproduktiv dabei Erwerbslosigkeit den Kampf anzusagen. Noch ist Österreich eines der Industrieländer mit der geringsten Arbeitslosenquote, aber das mäßige Wirtschaftswachstum und die immer mehr steigende Zahl der Arbeitskräfte, werden das eventuell schnell ändern.

Die Regierung ist hier aufgerufen, das Wirtschaftswachstum zu fördern. Strukturreformen sollen den Wettbewerb in Produkt- und Dienstleistungsmärkten antreiben. Durch mehr Investitionen und erhöhte Produktivität können Jobs geschaffen werden, Löhne steigen und das Leben der Menschen verbessert sich, weitere Kürzungen wären wenig hilfreich, sind sich Experten einig.

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