„Nehmen Sie immer eine Nummer größer, Sie werden schon reinwachsen”

Die Frauenquote bei deutschen DAX-Aufsichtsräten ist nun erstmals auf mehr als 30 Prozent gestiegen. Man weiß schon seit längerem, dass Unternehmen, die mehr Frauen im Management haben, auch bessere Ergebnisse erzielen. Trotzdem – auf Tech-Konferenzen gibt es sehr wenig Frauen und es gibt sowieso schon unglaublich wenig exzellente Ingenieure. Nur 17,2 Prozent der Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie der EU sind weiblich. Österreich liegt dabei mit einem Frauenanteil von 15,6 Prozent unter dem EU-Durchschnitt lt. Daten von Eurostat aus 2017. Überqualifiziert stecken Frauen in Positionen fest. Bildung wird nicht honoriert und Resourcen werden vergeudet. Oft erfolgt ein Wechsel von einem Vollzeitjob in einen Teilzeitjob um die Kinderbetreuung zu regeln – ohne Grund schämen sich Frauen auch noch dafür. Ausserdem übernehmen sie häufig pflegerische Tätigkeiten für Angehörige.

Der Global Gender Gap Index 2016 des Weltwirtschaftsforums gibt 1 als höchsten Wert für Gleichheit und 0 als niedrigsten Wert für Ungleichheit an. Österreich liegt weit abgeschlagen auf Platz 52! Island (1. Platz) 0,87 – Finnland, Norwegen, Schweden (2.-4. Platz) 0,84 – Slowenien (8. Platz) 0,786 – Schweiz (11. Platz) 0,776 – Deutschland (13. Platz) 0,766 –  Südafrika (15. Platz) 0,764 – Niederlande (16. Platz) 0,756 – Frankreich (17. Platz) 0,755 … Österreich (52. Platz) 0,716 – Singapur (55.) 0,712.

In diesem Jahr wurde fast jede fünfte Stelle im chinesischen Staatsdienst „ausschließlich für Männer” oder „bevorzugt für Männer” ausgeschrieben, während Firmen wie Alibaba Jobangebote veröffentlichten, die den Bewerbern „schöne Mädchen” als Arbeitskollegen versprachen.
Quelle: Human Rights Watch: China: Stellenausschreibungen diskriminieren Frauen https://www.hrw.org/de/news/2018/04/23/china-stellenausschreibungen-diskriminieren-frauen [26.4.2018]

Netzwerken für Frauen

Netzwerken fällt Frauen häufig schwerer. Funktionieren kann es durch Business Netzwerke wie XING oder LINKEDIN, über gemeinsame Interessen auch im Hobbybereich oder durch die Hilfe von Mentoren.  Ausserdem gibt es berufliche Frauennetzwerke.

Besondere „Social Skills”

Weil sie keine Ego-Show liefern, werden Frauen häufig als zu bescheiden und selbstkritisch wahrgenommen. Es gibt einen Satz, den Frauen häufiger als Männer zu hören bekommen. Er lautet: „Sie sind einfach zu nett.” Der Satz hat es in sich und blockiert alle Aufstiegschancen. Leadership-Experten behaupteten früher sogar nette oder ehrliche Führungskräfte könnten nicht erfolgreich sein.

Unternehmen die es nicht schaffen, Frauen in Führungspositionen zu bringen, hinken häufig bei der Digitalisierung hinterher. Ein Zurückbleiben hier und auch bei der Diversität ist für den internationalen Wettbewerb gefährlich. Denn gerade in Zeiten der Digitalisierung wird die Sozialkompetenz immer wichtiger. Und genau da punkten bestimmte Eigenschaften, die eher Frauen zugeschrieben werden – genauso gut können sie aber auch Männer haben.

Vorteilhafter ist es um Rat zu fragen statt zu befehlen. Denn wer fragt, der führt!  Fragen bezieht Mitarbeiter häufig in Entscheidungen mit ein und das führt zu besseren Ergebnissen. Ausserdem kommt es weit besser als zu befehlen. Eher zu integrieren als zu dominieren ist wichtig. Führungskräfte müssen die Talente der Mitarbeiter erkennen und sie entsprechend einsetzen, das ist wesentlich für das Teambuilding.  Mitarbeiter zu inspirieren statt zu zwingen, coachen statt zu betrafen, authentische Vorbilder zu sein statt Selbstdarstellerinnen und so andere anzuspornen gehört zu den Führungsqualitäten der Zukunft! All diese Fähigkeiten werden häufiger Frauen zugeschrieben als Männern.

Autor: Silvia Brantner

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